Investoren
23. Juni 2026

RWE will die Mehrheit an Amprion zurück

Der frühere Alleineigentümer will seinen Anteil wieder aufstocken. Zu diesem Zweck steigt RWE bei der Beteiligungsgesellschaft M 31 ein.

RWE will seine Beteiligung am Übertragungsnetzbetreiber Amprion wieder aufstocken. Nach eigenen Angaben hat der Energieversorger eine Übereinkunft mit fünf Gesellschaftern der Beteiligungsgesellschaft M 31 getroffen, um von ihnen mittelbare Anteile an Amprion zu erwerben.

Die M 31 Beteiligungsgesellschaft mbH & Co. Energie KG (M 31) ist ein Konsortium überwiegend deutscher institutioneller Finanzinvestoren. Sie hält 74,9 Prozent der Anteile an der Amprion GmbH.

Als Ergebnis der Transaktionen wird RWE ebenfalls Anteilseigner von M 31. Nach dem Vollzug des Geschäfts werde die Gesamtbeteiligung von RWE an Amprion auf durchgerechnet insgesamt 55 Prozent steigen.

RWE war bis 2011 Alleineigentümer von Amprion

Den Gesamtkaufpreis gibt der Dax-Konzern mit 3,6 Milliarden Euro an. RWE war bis 2011 Alleineigentümer von Amprion. Zuletzt hielt die RWE Alkaios Holding, ein Gemeinschaftsunternehmen von RWE mit dem Investor Apollo Global Management, 25,1 Prozent an der Amprion GmbH. Dabei soll es bleiben.

Amprion, im Jahr 2003 als RWE Transportnetz Strom GmbH innerhalb des RWE-Konzerns gegründet, betreibt Deutschlands zweitgrößtes Stromübertragungsnetz. Das Unternehmen will früheren Angaben zufolge bis 2029 rund 36,4 Milliarden Euro in den Ausbau investieren. Auch im nächsten Jahrzehnt seien erhebliche Investitionen in den Netzausbau erforderlich, um die kritische Energieinfrastruktur zu verbessern und die Energiewende in Deutschland weiter vorantreiben zu können.

In den vergangenen Jahren hatten sich eine Reihe institutioneller Investoren über die M 31 indirekt an Amprion beteiligt und dabei auch zugesagt, Investitionen in den Netzausbau mitzutragen. Wie im März 2026 bekannt wurde, hat Allianz Global Investors im Namen von Allianz-Versicherungsgesellschaften und des Allianz European Infrastructure Fund II eine Vereinbarung über den Erwerb eines mittelbaren Anteils der Talanx an Amprion getroffen. Talanx ist einer der Investoren von M 31. Allianz und Talanx planen eine Partnerschaft, um in den nächsten Jahren Geld in den Ausbau des Stromnetzes zu pumpen.

Andere Anleger stoßen dabei aber offensichtlich an ihre finanziellen Grenzen. Denn im Februar dieses Jahres war bekannt geworden, dass die in der M 31 Beteiligungsgesellschaft mbH & Co. Energie KG versammelten Anleger den Verkauf von Anteilen erwägen. Begründet wurde das mit dem wachsenden Finanzierungsbedarf für Energienetze in ganz Europa. Wie berichtet, prüften einige Mitglieder von M 31 verschiedene Optionen, darunter die Übertragung von Anteilen an Mitgesellschafter sowie die Veräußerung von Beteiligungen.

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