Mega-Exits stützen den Private-Equity-Markt

Nächster Halt: Exit. Der Verkauf des Aufzugsspezialisten TK Elevator durch die Finanzinvestoren Advent und Cinven an Kone für 29,4 Milliarden Euro im April war der größte Deal des zweiten Quartals. Bild: Pexels.
Der Verkauf von TK Elevator durch Advent und Cinven war ein Highlight am europäischen Private-Equity-Markt im zweiten Quartal. Frisches Geld fließt überwiegend in Mid-Market-Fonds.
Der europäische Private-Equity-Markt hat das zweite Quartal mit Zuwächsen auf der Exit-Seite beendet. Kommanditisten in Private-Equity-Fonds, die auf Ausschüttungen warten, dürfen sich nun Hoffnung machen. Denn zuletzt war das PE-Geschäft von einem zähen Exit-Stau geprägt, der auch das Fundraising der General Partner beeinträchtigt hat.
Im Vergleich zum Auftaktquartal 2026 stieg der Wert der Private-Equity-Exits um 29,7 Prozent, wie der zu Morningstar gehörende Datenanbieter Pitchbook berichtet. Unter dem Strich summierte sich das Exit-Volumen auf mehr als 80 Milliarden Euro.
Doch der Anstieg konzentrierte sich auf eine Handvoll Mega-Exits, anstatt sich über den gesamten Markt zu verteilen: 65,8 Prozent des Gesamtwerts entfielen auf lediglich 22 sogenannte Mega-Exits. Ihr Anteil lag im zweiten Quartal deutlich über dem Zehnjahresdurchschnitt von 43,6 Prozent. Das deutet laut Pitchbook eher auf eine Marktbereinigung am Zyklus-Höhepunkt als auf eine breit angelegte Erholung hin.
Advent und Cinven machen Kasse für ihre Geldgeber
Der Verkauf des Aufzugsspezialisten TK Elevator durch die Finanzinvestoren Advent und Cinven an Kone für 29,4 Milliarden Euro im April war der größte Deal des zweiten Quartals. Er verschaffte den Alteigentümern im Laufe einer sechsjährigen Haltedauer einen Wertzuwachs von rund zwölf Milliarden Euro, wie sie bei Pitchbook nachgerechnet haben.
Auf der anderen Seite sorgten die beiden wichtigsten Börsengänge des zweiten Quartals, die von Private-Equity-Investoren unterstützt wurden – Innio (4. Juni) und DPC Holdings (25. Juni) –, für Schlagzeilen. Allerdings entschieden sich die beiden Unternehmen für eine Notierung in den USA statt in Europa. Damit setzen sie laut Pitchbook den „Brain Drain“ bei Börsengängen fort.
Mid-Market-Fonds sind besonders gefragt
Die Mittelbeschaffung im europäischen PE-Geschäft verlief Pitchbook zufolge nach einem ähnlichen Muster wie die Exit-Seite: Kapital floss fast ausschließlich an etablierte Akteure im Mid-Market-Segment, während kleinere Fonds und selbst Flaggschifffonds Schwierigkeiten hatten, bei den LPs zu landen.
Fonds mit einem Volumen zwischen einer und fünf Milliarden Euro machten demnach 54,1 Prozent des seit Jahresbeginn eingeworbenen Kapitals aus. Erfolgreiche Kapitalrunden auf Seiten der General Partners (GPs) hätten gezeigt, dass die Nachfrage nach etablierten Namen anhält, konstatieren sie bei Pitchbook.
Allerdings steuert das Fundrainsing in Europa auf das schlechteste Jahr seit einem Jahrzehnt zu. Erschwerend hinzu kommt die erste Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank seit 2023. Sie habe der ohnehin ungleichmäßigen Erholung eine neue Variable hinzugefügt, heißt es.
Gegenwind erleben die Anbieter in Nordamerika. Kanadische Pensionsfonds seien bestrebt, die Geschäftsbeziehungen zu GPs zu reduzieren, wie das Datenanalysehaus am Rande erwähnt.
Autoren: Tobias BürgerSchlagworte: Private Equity
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