Investoren
17. Juli 2026

Bundesländer setzen auf Unternehmensanleihen

Hessen, Baden-Württemberg und der Bund bündeln Geld in einem neuen Spezialfonds. Als Indexfonds konzipiert, soll er bis zu sechs Milliarden Euro in Corporate Bonds lenken.

Die Bundesländer Hessen und Baden-Württemberg sowie der Bund beauftragen ein Konsortium unter der Führung der Fondsgesellschaft DWS mit der Auflegung und Verwaltung eines Spezialfonds. Dieser soll Pensionsrücklagen gewinnbringend und zukunftssicher in Unternehmensanleihen anlegen, wie aus einer Mitteilung der Deka-Bank hervorgeht, die ebenfalls in die Pläne involviert ist.

Das Anlagevehikel ist als Indexfonds konzipiert. Die Manager sollen mit dem Geld Unternehmensanleihen kaufen, die in Euro geführt werden, und dabei die europäischen Standards für klimaneutrale Finanzanlagen berücksichtigen. Das von den beiden Bundesländern und dem Bund angestrebte Fondsvolumen liegt im Bereich von drei bis sechs Milliarden Euro.

Auch das Alterssparbuch Hessen setzt auf Corporate Bonds

Anleger des Fonds sind einerseits der Versorgungsfonds des Landes Baden-Württemberg, vertreten durch das Ministerium für Finanzen Baden-Württemberg, sowie das „Alterssparbuch Hessen“ genannte Sondervermögen Versorgungsrücklage des Landes Hessen. Dieses wird vertreten durch das Hessische Ministerium der Finanzen.

Andererseits gehört das Sondervermögen des Bundes und der Sozialversicherung, vertreten durch das Bundesministerium des Innern, zum Investorenkreis. Die Bundesbank werde die Fondsanteile für die Portfolios des Bundes und der Länder kaufen.

Indexfonds mit einer passiven Anlagestrategie

Errichtet wurde der Indexfonds durch ein deutsches Konsortium: Die DWS Investment GmbH übernimmt das Management und die Verwaltung des Fonds mit einer passiven Strategie. Als Partner fungieren dabei die Deka-Bank als Verwahrstelle und Stoxx, eine Tochtergesellschaft der Deutsche-Börse-Group, als Anbieter des nachhaltigen Indexkonzepts.

Im Alterssparbuch Hessen sind nach Angaben von Professor Dr. R. Alexander Lorz rund sieben Milliarden Euro angelegt. In einem Statement lässt sich der hessischen Finanzminister mit folgenden Worten zitieren: „Das Land wird bis 2027 etwa zehn Prozent der Vermögenswerte in den neuen Fonds mit Unternehmensanleihen investieren. Damit setzen wir weiter konsequent auf eine breit gestreute Vermögensanlage, die dazu beiträgt, Anlagerisiken zu minimieren und die Anlageziele der Sicherheit, Rendite und Liquidität bestmöglich zu erreichen.“

Dies stärke die Widerstandsfähigkeit der Rücklagen gegenüber Marktvolatilitäten, ist Lorz überzeugt und fährt fort: „Gemeinsam mit Baden-Württemberg und dem Bund schaffen wir Synergien für eine stabile Finanzierung.“

Baden-Württembergs Finanzminister Dr. Danyal Bayaz erklärt: „Wir wollen langfristig vorsorgen und investieren deshalb auch langfristig. Der neue Fonds ergänzt unsere Anlagestrategie um europäische Unternehmensanleihen und streut die Risiken unserer Pensionsrücklagen noch breiter. Dabei verbinden wir langfristige Vorsorge mit nachhaltigem Investieren.“

Apropos Unternehmensanleihen: Laut einer aktuellen Analyse der Beratungsgesellschaft Kommalpha lagen Rentenspezialfonds im ersten Quartal 2026 in der Gunst der Anleger ganz vorn. Das Nettoneugeschäft belief sich auf 5,6 Milliarden Euro. Der Wert sei getrieben von starken Nettomittelzuflüssen im März 2026, heißt es in der Publikation „Spezialfondsmarkt Quarterly“.

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