Atempause für Branicks
Der Immobilienspezialist kann sich mit Gläubigern auf eine Restrukturierung einigen. Künftig sind bis zu 15 Prozent an Zinszahlungen fällig.
Die Hiobsbotschaften vom Immobilienmarkt reißen nicht ab. Vor einer Woche beantragte der Kölner Projektentwickler Pandion die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung. Am heutigen Mittwoch wurde dem Antrag stattgegeben. Gespräche mit Banken und Finanzierungspartnern werden nun fortgeführt. Diese betreffen dann auch die Gläubiger einer gelisteten Anleihe im Volumen von 45 Millionen Euro.
Pandion und TTL insolvent
Ebenfalls in der vergangenen Woche, nämlich am Freitag, stellte die TTL Beteiligungs- und Grundbesitz-AG einen Insolvenzantrag. Grund ist die drohende Zahlungsunfähigkeit. Zuvor kam es seitens der Helaba Invest zu einer außerordentlichen Kündigung der von der TTL AG begebenen Inhaberschuldverschreibung im Gesamtnennbetrag von 10,5 Millionen Euro.
Gesellschaftlich und personell verschachtelt und verwoben ist TTL mit der Branicks Group, also der ehemaligen DIC Asset AG. Branicks gelang es jedoch diese Tage, sich finanziell zunächst einmal Luft zu verschaffen. Laut Branicks konnte man sich mit einer Gruppe von Gläubigern des am 22. September fälligen Green Bonds mit einem derzeit ausstehenden Nennbetrag von 400 Millionen Euro sowie einer Gruppe von Gläubigern ihrer Schuldscheindarlehen und Namensschuldverschreibungen mit einem derzeit ausstehenden Gesamtnennbetrag von 179,5 Millionen Euro mit Fälligkeiten zwischen 2026 und 2031 auf Verlängerungen und Restrukturierungen einigen. Insgesamt erhalten die Gläubiger neue Instrumente im Gesamtwert von 594,5 Millionen Euro. Diese bestehen aus Senior Secured beziehungsweise Subordinated Principal Instruments mit Laufzeiten bis 2030 beziehungsweise 2038 und jährlichen Verzinsungen von 7,5 Prozent beziehungsweise 15 Prozent. Am heutigen Dienstag stimmten die Gläubiger der Anleihe den Beschlüssen zur Wahl eines gemeinsamen Vertreters und zur Verlängerung der Laufzeit zu.
Minus 94 Prozent
Die Branicks Group selbst ist ebenfalls börsennotiert. Über zehn Jahre verloren die Branicks-Aktien 85 und über fünf Jahre 94 Prozent. Von den institutionellen Investoren, die über die Deutsche Immobilien Chancen AG & Co. KGaA in Branicks investiert waren, haben in den vergangenen Jahren fast alle den Ausstieg gefunden. Anfang 2016 waren in dieser Beteiligungsgesellschaft die Versicherungskammer Bayern, die RAG-Stiftung, die Nordrheinische Ärzteversorgung, die VGH Versicherungen und die SV Sparkassen-Versicherung involviert. Heute noch direkt an Branicks beteiligt ist mit zehn Prozent die RAG-Stiftung.
Autoren: Patrick EiseleSchlagworte: Immobilien | Immobilienaktien und REITs
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