Versicherungen
28. August 2026

So baut die Meag ihr Waldportfolio auf

Forstanlagen streut der Vermögensmanager der Munich Re so professionell wie liquide Assets. Plus: Wo Versicherer an den Privatmärkten investieren.

Der Vermögensmanager der Munich Re hat sich in den vergangenen Jahren immer wieder mit der Anlageklasse Forst beschäftigt. Regionale Schwerpunkte im Portfolio der Münchner und ihrer Kunden bilden Nordamerika und Skandinavien. Aber auch Großbritannien gewinnt für Munich Ergo Asset Management (Meag) als Investitionsstandort an Bedeutung.

Nun hat die Meag nach eigenen Angaben in ihrem britischen Forstwirtschaftsprogramm einen bedeutenden Meilenstein erreicht: Im Auftrag ihrer Kunden (die Namen bleiben ebenso im Verborgenen wie die Transaktionspartner) wurde ein Mandat im niedrigen dreistelligen Millionen-Pfund-Bereich zugesagt, wie es in einer Mitteilung heißt. Ein erheblicher Teil davon sei inzwischen in professionell bewirtschaftete Waldflächen, die sich überwiegend in Schottland befinden, investiert worden.

Es geht um hochwertige und ertragreiche Wälder

Das Mandat zielt den Angaben zufolge auf hochwertige, ertragreiche Waldflächen ab. Und es scheint keinen Mangel an Nachschub zu geben. So spricht die Meag von weiteren attraktiven Akquisitionsmöglichkeiten in einem nach wie vor fragmentierten, aber professionell gemanagten Markt.

Der Investment Case sieht so aus: Großbritannien zählt zu den weltweit größten Nettoimporteuren von Holz: Es produziert nur einen geringen Teil des selbst verbrauchten Holzes und importiert den Großteil. Diese strukturelle Übernachfrage schaffe einen langfristigen Bedarf an produktiven Wäldern und zeige die robuste wirtschaftliche Grundlage dieser Anlageklasse, lautet die Erwartungshaltung der Münchner.

Insbesondere Schottland biete klimatisch bedingt überdurchschnittliche biologische Wachstumsraten und eine gut etablierte forstwirtschaftliche Infrastruktur. Die Wälder gelten als gut zugänglich, das geschlagene Holz könne günstig abtransportiert und in Sägewerken geschnitten werden. Die Logistik sei etabliert, die Weiterverwertung gesichert und die Absatzwege diversifiziert.

Der Kauf erfolgt schrittweise und mündet in regionalen Clustern

Beim Aufbau der Waldbestände will die Meag  selektiv vorgehen. Die Flächen sollen sukzessive erworben und über die Zeit zu regionalen Clustern zusammengeführt werden. Dieser Ankauf „Fläche für Fläche“ erlaube es, bei der Flächenqualität wählerisch zu bleiben und zugleich schrittweise eine Größe zu erreichen, die eine effiziente Bewirtschaftung ermögliche.

Vor Ort greift die Meag auf die Expertise etablierter professioneller Partner und Dienstleister zurück. Sie sollen die Wälder unter Aufsicht der Meag bewirtschaften. Hierbei ist die Rede von einheitlichen Standards für Waldbau, Ernte, Zertifizierung und Reporting über alle Flächen hinweg. Und was bei jedem Portfolio erfolgsentscheidend ist, setzt die Meag auch bei ihren Forstanlagen um: Die Rede ist von der geografischen und baumartenbezogenen Streuung. Sie soll biologische und Marktrisiken diversifizieren.

Otto zur Lippe, Investment Manager Forestry bei der Meag, erklärt den Erwerb von Wäldern zum Ausgangspunkt. Er sagt, für institutionelle Investoren zähle, daraus verlässliche, langfristige Erträge zu machen. „Wir steuern das Portfolio auf eine ausgewogene Alters- und Baumartenstruktur und behalten die Flexibilität, die Ernte bei schwachen Holzpreisen aufzuschieben, sodass die Bestände einfach weiterwachsen, bis sich die Bedingungen verbessern.“ Zusammen mit einem professionellen Management vor Ort und etablierten Absatzwegen werde so aus ertragreichem Wald ein planbarer Ertrag für die Geldgeber.

Wo die Meag sonst noch auf Waldexkursion geht

Im ersten Halbjahr 2025 hatte ein von der Meag geführtes Konsortium gemeinsam mit der Soya Group 12,4 Prozent der schwedischen Forstflächen des finnisch-schwedischen Konzerns Stora Enso erworben. Soya ist ein schwedischer Mischkonzern mit Aktivitäten unter anderem in Schifffahrt, Immobilien und der Zucht von Trabrennpferden.

Vor einem Jahr hatte Munich Ergo Asset Management für ihre Muttergesellschaft Munich Re und Drittkunden zudem weitere Forstflächen in den USA eingekauft. Diese befinden sich im US-Bundestaat Alabama.

So streuen Versicherer und Rückversicherer ihre Privatmarktanlagen

Das breite Spektrum der Privatmarktanlagen – also nicht börsennotierten Vermögenswerten, zu denen auch die Anlageklasse Forst gehört – gewinnt für Versicherungsgesellschaften und Rückversicherer weiter an Bedeutung. Die EU-Aufsichtsbehörde Eiopa hat im Juli ein Informationsblatt veröffentlicht, das wir unten in Auszügen veröffentlichen.

Demnach belief sich das Engagement der beiden Gruppen in Private Assets Ende 2025 auf 1,185 Billionen Euro. Dies entsprach rund elf Prozent der gesamten Vermögenswerte (10,85 Billionen Euro).

Private Credit machte etwa 5,0 Prozent der gesamten Vermögenswerte aus, während Private Equity einen Anteil von 6,3 Prozent stellte. Die nachstehende Treemap bietet eine visuelle Aufschlüsselung der Private-Credit- und Private-Equity-Investitionen von (Rück-)Versicherern nach Anlageklassen und Emittentenländern.

So zeigt beispielsweise die dunkelblaue Fläche mit der Bezeichnung „Mortgages & loans“ (Hypotheken & Darlehen), dass mehr als zwei Drittel der Private-Credit-Engagements in diese Kategorie fallen, wobei der größte Anteil auf direkte Hypothekenbestände entfällt (31,9 Prozent des Private-Credit-Volumens).

Ebenso verdeutlicht die größte dunkelgrüne Fläche mit der deutschen Flagge, dass europäische (Rück-)Versicherer 20,6 Prozent ihrer gesamten Private-Equity-Investitionen in nicht börsennotierte Anteile deutscher Unternehmen halten. Weitere 0,8 Prozent an nicht börsennotierten deutschen Unternehmen werden indirekt gehalten (dargestellt unter „unlisted equity via funds“).

Eine zweite Grafik von Eiopa gibt Aufschluss über Investitionen in Private Credit und Private Equity, aufgeschlüsselt nach Geschäftsbereichen. Lebensversicherer weisen mit 23,1 Prozent ihrer gesamten Kapitalanlagen das höchste Engagement in Private Assets auf, gefolgt von Rückversicherern (14,0 Prozent), Schaden- und Unfallversicherern (13,6 Prozent) sowie Kompositversicherern (11,4 Prozent).

Während Lebensversicherer eher zu Private Credit tendieren, weisen andere Geschäftsbereiche – wie Rückversicherung, Schaden-/Unfallversicherung und Kompositversicherer – höhere Investitionen in Private Equity auf.

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