Alternative Anlagen
31. August 2026

„Der Rest verliert zum Teil erheblich an Wert“

Venture-Capital-Fonds erleben ein Rekordjahr. Dafür ist jedoch ein einziges Unternehmen verantwortlich.

Auf den ersten Blick erlebt Venture Capital (VC) derzeit einen außergewöhnlichen Exit-Boom: Im laufenden Jahr haben VC-Fonds fast 2,5 Billionen US-Dollar an Erlösen erwirtschaftet.

Damit ist das Jahr 2026 bereits jetzt ein neues Rekordjahr für die Anlageklasse, wie die Abbildung zeigt. In den vergangenen zehn Jahren hat das globale Exit-Volumen im Schnitt bei 518 Milliarden US-Dollar gelegen. Wer genauer hinschaut, sieht allerdings, dass der Rekord zu großen Teilen auf ein Unternehmen zurückgeht: SpaceX.

Die Hintergründe beleuchtet Kay Gallus, Co-Leiter Private Equity beim Family Office HQ Trust. Für seine Analyse wertete er die Zusammensetzung der Venture Capital Exits seit dem Jahr 2016 aus. Dabei griff er auch auf Daten von Pitchbook-Daten zurück. Er sagt, mehr als 80 Prozent des bisherigen Jahresvolumens seien auf SpaceX zurückzuführen.

Dabei stehen zwei Transaktionen im Zentrum: Einerseits wurden rund 250 Milliarden US-Dollar an Venture-Capital-Fonds durch die Akquisition von xAI durch SpaceX im ersten Quartal zurückgeführt. Andererseits folgten 1,7 Billionen US-Dollar im Zuge des Börsengangs von SpaceX, so der Experte.

Ein Deal reicht, um Rekorde zu knacken

Das erste Halbjahr 2026 habe damit vor Augen geführt, wie Venture Capital funktioniert. „Ein einziger Unternehmensverkauf kann ausreichen, damit Rekorde geknackt werden“, kommentiert Gallus. Und mit Anthropic und Open AI seien zwei weitere großkalibrige Unternehmen auf dem Weg zu einem Börsengang. Auch hier hätten viele Venture-Capital-Fonds investiert.

Bei HQ Trust sind sie überzeugt davon, dass es im Venture-Capital-Bereich so wichtig wie in fast keinem anderen Bereich ist, Zugang zu den besten Managern und damit zu den besten Unternehmen zu haben. Gallus begründet das so: „Die Renditeverteilung folgt einer Power-Law-Verteilung.“ Man spricht dabei auch von der Potenzgesetz-Verteilung.

„Das bedeutet“, fährt Gallus fort, „dass eine sehr kleine Anzahl von Investitionen – Unternehmen wie auch Fonds – den Großteil der Rendite erwirtschaftet.“ Der Rest verliere zum Teil erheblich an Wert, so der Co-Leiter Private Equity bei HQ Trust.

Im Venture Capital sei nachweisbar, dass Manager, die in der Vergangenheit erfolgreich waren, mit hoher Wahrscheinlichkeit auch mit ihren nächsten Fonds erfolgreich sein werden“, sagt Gallus. „Wir nennen das statistisch signifikante Performance-Persistenz.“

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