Immobilien
4. September 2026

Real Estate: Back to basics

In der aktuellen Private-Markets-Rubrik richten wir das Schlaglicht auf Immobilien. Welche Risiken sind noch nicht vom Tisch, und wo gibt es Chancen? Darauf antworten drei Fachleute.

Am deutschen Immobilieninvestmentmarkt tun sich Verkäufer und Käufer nun schon seit vier Jahren schwer, einen gemeinsamen Nenner zu finden. Zögerndes Verhalten seiner Akteure und herausfordernde Verkaufsprozesse prägen den Markt.

Bewertung zwischen Markt und Bilanz

Vor diesem Hintergrund meldet sich nun der Immobiliengutachter Mathias Lange von der BDO AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zu Wort. In der aktuellen Ausgabe unserer Private-Markets-Rubrik zum Thema „Real Estate: Back to basics“ macht der Fachmann deutlich, dass geringere Transaktionsvolumina die Preisfindung für Immobilienwerte erschweren.

„Während sich Marktwerte in liquiden Märkten relativ gut ableiten lassen, rückt in einem transaktionsarmen Umfeld die Herleitung der Bewertungsannahmen stärker in den Mittelpunkt“, erläutert der Praktiker und geht ins Detail: „Je geringer die Markttransparenz, desto wichtiger wird die Frage, wie belastbar diese Annahmen sind. Dazu zählen insbesondere Mietansätze, Leerstands- und Vermietungsannahmen, Bewirtschaftungskosten, Investitionsbedarfe sowie Diskontierungs- und Kapitalisierungszinssätze.“ Doch nicht die Menge der verfügbaren Daten mache eine Annahme belastbar, sondern ihre Eignung für den konkreten Bewertungsfall.

Was zählt, ist der Nutzer!

Nach Einschätzung von Berater Hermann Aukamp durchläuft das Segment Real Estate Equity in Deutschland eine langwierige Marktanpassung. „Diese wird begleitet von vielfältigen Meinungen dazu, welche Sektoren künftig erfolgreiche Investitionen ermöglichen.“ Die Aussichten, aber auch die jeweiligen Rahmenbedingungen seien für die einzelnen Segmente sehr unterschiedlich, argumentiert Aukamp und zeigt auf, welche Nutzungsarten er für chancenreich hält.

Immobilienrisiken sind Governance-Risiken

Michael Stark-Urzendnik, geschäftsführender Gesellschafter, STARK Management & Advisory, rückt das Thema Governance bei Immobilien ins Blickfeld. „Verluste gehören zur Kapitalanlage. Kritisch wird es, wenn Risiken zu spät erkannt, Interessenkonflikte nicht beherrscht, Entscheidungen unzureichend dokumentiert oder Eskalationen nicht ausgelöst werden – und ein Immobilien- zum Governance-Risk wird.“

Exemplarisch verweist Stark-Urzendnik in seinem Beitrag auf das Versorgungswerk der Rechtsanwälte in Hessen, bei dem eine Beteiligung am Transamerica Pyramid Center von rund 57,9 Millionen Euro voraussichtlich vollständig zur Wertberichtigung anstehe. „Der Fall zeigt: Diversifikation ersetzt nicht die konsequente Überwachung der Engagements.“

Die vollständigen Analysen der drei Autoren können Sie hier abrufen.

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