Grenzüberschreitendes Immobilienkapital fließt hauptsächlich in die USA

Das Kapitol in Washington, D.C.: Das weltweite Investmentvolumen bei Immobilien lag am Ende des zweiten Quartals 21,2 Prozent über Vorjahr. Die USA konnten sich als Zielregion an die Spitze schieben.
Das weltweite Investmentvolumen bei Immobilien lag am Ende des zweiten Quartals 21,2 Prozent über dem Vorjahr. Unter den gefragtesten Zielregionen nehmen die USA den Spitzenplatz ein.
Die weltweiten Märkte für Immobilieninvestments befinden sich auf dem Weg der Erholung und haben im zweiten Quartal 2026 weiter an Tempo gewonnen. Das zeigt der aktuelle Global Capital Flows Report von Colliers.
Demnach lag das Transaktionsvolumen Ende Juni 2026 bei Bestandsimmobilien um 21,2 Prozent über dem Vorjahresniveau, wie der Immobilienberater mitteilte. Im ersten Quartal hatte der Zuwachs noch 15,2 Prozent betragen. Die Investmentaktivität erreicht inzwischen 96,5 Prozent des Fünfjahresdurchschnitts.
Allerdings zeigen die aktuellen Marktdaten, dass die Erholung längst nicht alle Märkte und Nutzungsarten gleichermaßen erfasst. Investoren setzen laut Colliers vor allem auf Segmente mit langfristig stabiler Nachfrage und Wertschöpfungspotenzial.
Deutschland zählt weiter zu den wichtigsten Investmentzielen
In den vergangenen zwölf Monaten flossen rund 14,2 Milliarden US-Dollar grenzüberschreitendes Immobilienkapital nach Deutschland. Das entspricht Rang vier im weltweiten Ranking. Der deutsche Anteil am globalen grenzüberschreitenden Anlagevolumen beträgt 7,6 Prozent. Das ist etwas weniger als der Fünfjahresdurchschnitt (8,7 Prozent).
Das meiste grenzüberschreitende Immobilienkapital (28,3 Milliarden US-Dollar) steuerte laut der aktuellen Auswertung die USA an. Die Vereinigten Staaten haben laut dem Colliers-Report den bisherigen Spitzenreiter Großbritannien abgelöst, der 24,8 Milliarden US-Dollar verbuchen konnte.
Das Verfolgerfeld sortiert sich neu
Japan ist mit 14,5 Milliarden US-Dollar auf Rang drei vorgerückt. Frankreich (12,7 Milliarden US-Dollar) und Spanien (11,7 Milliarden US-Dollar) haben ebenfalls Marktanteile hinzugewonnen. Beide liegen hinter der Bundesrepublik auf den Rängen fünf und sechs.
Michael R. Baumann ordnet die Resultate ein. Der Head of Capital Markets Germany bei Colliers sagt, Deutschland bleibe ein zentraler Investmentstandort und zähle weiterhin zu den wichtigsten Zielen für grenzüberschreitendes Kapital. „Die Stärke des deutschen Marktes liegt in seiner breiten Diversifizierung über Standorte und Nutzungsarten. Zugleich eröffnen Wachstumssegmente wie Data Center oder Student Housing neue Chancen für Investoren“, so Baumann.
Ein weiteres Kernergebnis im Global Capital Flows Report von Colliers zeigt, dass der Großraum Europa, Naher Osten und Afrika unter allen globalen Regionen die wichtigste Zielregion für grenzüberschreitendes Immobilienkapital ist. Sie konnte 57 Prozent der Aktivität innerhalb der 20 führenden Investmentmärkte auf sich vereinen. Das Investmentvolumen in der Region lag im zweiten Quartal 14,8 Prozent über dem Vorjahresniveau und erreichte 93 Prozent des Fünfjahresdurchschnitts.
Büro führt das Investmentvolumen
In der EMEA-Region entfällt im 24-Monats-Durchschnitt mit rund 59 Milliarden US-Dollar das höchste Investmentvolumen auf Büroimmobilien. Mehrfamilienhäuser kommen auf 57 Milliarden US-Dollar, Industrie- und Logistikimmobilien auf 49 Milliarden US-Dollar.
Weltweit liegt dagegen die Nutzugsart der Mehrfamilienhäuser mit einem Anteil von 24,2 Prozent vorn, gefolgt von Industrie und Logistik mit 22,6 Prozent und Büro mit 21,2 Prozent.
Laut dem Global Capital Flows Report stehen hochwertige Büroinvestments der Anlagestrategie „Value-add“ bei Investoren in EMEA verstärkt im Fokus. Das sind Immobilien mit unterdurchschnittlicher Wertentwicklung. Sie werden nach dem Kauf durch gezielte Maßnahmen aufgewertet, um sowohl die Einnahmen als auch ihren Marktwert zu steigern.
Daneben richtet sich das Interesse der Anleger auf Rechenzentren und digitale Infrastruktur, Wohnen einschließlich Studentenunterkünften sowie Industrie- und Logistikimmobilien. Besonders stark haben Data Center zugelegt: Ihr Investmentvolumen in der EMEA-Region stieg vom ersten zum zweiten Quartal von drei Milliarden auf 10 Milliarden US-Dollar.
Value Add bleibt mit 39 Prozent die wichtigste globale Investmentstrategie. Zugleich sei der Anteil opportunistischer Strategien von zwölf Prozent im ersten Quartal auf 28 Prozent zur Jahresmitte gestiegen.
Autoren: Tobias BürgerSchlagworte: Büroimmobilien | Logistikimmobilien | Studentenwohnheime / studentisches Wohnen
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