Traditionelle Anlagen
16. September 2026

Anleger rüsten weiter auf

Defense-Fonds legen um 50 Prozent auf 20 Milliarden Euro zu. Pioniere verwalten 82 Prozent der in Rüstungsfonds investierten Gelder.

Das Thema „Rüstung“ begeistert Fondsmanager. Laut einer aktuellen Analyse von Scope stieg die Zahl der zum Vertrieb zugelassenen Fonds mit Fokus auf den Rüstungs- und Verteidigungssektor binnen eines Jahres von 20 auf 27 Produkte. Das verwaltete Vermögen belaufe sich zum 31. Juli 2026 auf 19,9 Milliarden Euro. Gegenüber dem Vorjahreswert von 13,3 Milliarden Euro entspricht dies einem deutlichen Zuwachs von rund 50 Prozent. Das deutsche Fondsangebot umfasst gemäß der Analyse derzeit 20 ETFs und sieben aktiv gemanagte Fonds.

Wie die Analyse zudem informiert, sind die drei volumenstärksten Produkte unverändert die beiden global ausgerichteten ETFs Van Eck Defense (6,3 Milliarden Euro) und Future of Defense von Han ETF (2,8 Milliarden Euro) sowie der auf europäische Aktien fokussierte Wisdom Tree Europe Defence ETF. Alle drei Produkte werden passiv verwaltet. Zu den größten aktiven Strategien zählen der Deka Security and Defense mit einem Fondsvolumen von mehr als 660 Millionen Euro und der LBBW Sicher Leben, dessen Fondsvermögen inzwischen die Marke von 250 Millionen Euro überschritten hat.

Vier Platzhirsche

Auf Ebene der Fondsgesellschaften vereinen die vier Pioniere des Segments weiterhin den Großteil der Anlegergelder auf sich. Marktführer bleibt laut Scope Van Eck mit einem verwalteten Vermögen von 6,3 Milliarden Euro und einem Marktanteil von 32 Prozent. Es folgen Wisdom Tree mit 4,6 Milliarden Euro (23 Prozent), Han ETF mit drei Milliarden Euro (15 Prozent) und Blackrock mit 2,5 Milliarden Euro (zwölf Prozent). Die vier Anbieter vereinen rund 82 Prozent des gesamten im Segment verwalteten Vermögens auf sich. Im Vorjahr lag ihr Anteil noch bei 92 Prozent.

ETFs kosten 20 bis 65 Basispunkte

Die laufenden Kosten der ETFs liegen in einer Bandbreite von 0,20 Prozent bis 0,65 Prozent pro Jahr. Wem das zu teuer ist, benötigt zum Nachbauen der globalen Rüstungsfonds insbesondere die Unternehmen RTX, Palantir, BAE Systems, GE Aerospace, Lockheed Martin und Leonardo. Diese sind jeweils in den Top 10 von mehr als 40 Prozent der analysierten Fonds vertreten.

Bei den europäischen Rüstungsfonds führe die regionale Begrenzung zu einem stärker konzentrierten Anlageuniversum, was sich auch in den Portfoliostrukturen widerspiegelt. Scope informiert, dass Rheinmetall und Thales in sämtlichen untersuchten Fonds zu den zehn größten Positionen zählen. Darüber hinaus seien Safran, BAE Systems, Leonardo und Saab in elf der zwölf analysierten europäischen Rüstungsfonds unter den Top-10-Beteiligungen vertreten. Ebenfalls häufig zu finden sind Rolls Royce, Airbus und Kongsberg Gruppen.

Deutliche Performance-Unterschiede

Die Performanceanalyse von Rüstungsfonds ist weiterhin aufgrund der kurzen Historie des Segments mit Einschränkungen verbunden. Keiner der derzeit verfügbaren Fonds in diesem Segment verfügt über einen Fünfjahres-Track-Record und lediglich drei Produkte können auf eine Historie von mindestens drei Jahren zurückblicken, so Scpoe. Immerhin weisen 19 der 27 analysierten Fonds eine einjährige Wertentwicklungshistorie auf.

Wie die teils stark divergierenden Kursentwicklungen einzelner Rüstungsaktien im Betrachtungszeitraum bereits vermuten lassen, unterscheiden sich auch die Ergebnisse auf Fondsebene teilweise erheblich. Dies gilt insbesondere für globale Rüstungsfonds. Top-Performer über ein Jahr ist Ende Juli der Invesco Defence Innovation mit 38,5 Prozent. Auf den folgenden Plätzen liegen mit jeweils etwa 17 Prozent der LBBW Sicher Leben und der I-Shares Global Aerospace & Defence. Der Mittelwert liegt bei 14,2 Prozent.

Im Segment der europäischen Rüstungsfonds fallen die Unterschiede dagegen deutlich geringer aus, da sich die größten Positionen der Portfolios häufig überschneiden und das investierbare Universum vergleichsweise begrenzt ist. Für Scope seien die unterschiedlichen Wertentwicklungen vor allem auf Unterschiede in der Portfoliokonstruktion, den Gewichtungsansätzen, der regionalen Ausrichtung und den jeweiligen Investmentstilen zurückzuführen. Bester Fonds ist über die vergangenen zwölf Monate der European Defence Equity Fund von MM Warburg mit knapp 13 Prozent. Der Mittelwert liegt bei 7,3 Prozent.

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