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21. September 2026

Im Spezialfondsgeschäft war der Mai 2026 ein Wonnemonat

Immobilienspezialfonds verzeichneten im zweiten Quartal erneut ein robustes Nettoneugeschäft, während der Publikumsfondsbereich unter Abgabedruck steht. Was den Spezialfondsmarkt bewegt, zeigt eine neue Auswertung.

Im zweiten Quartal 2026 hat sich das Nettomittelaufkommen in Spezialfonds auf 11,0 Milliarden Euro summiert. Das geht hervor aus der aktuellen Ausgabe der Publikation „Spezialfondsmarkt Quarterly“ von Kommalpha.

Den höchsten Monatswert steuerte im zweiten Quartal der Mai mit 7,6 Milliarden Euro bei (siehe Abbildung 1). Zur Einordnung: Der Durchschnitt des Nettomittelaufkommens der letzten drei Jahre pro Quartal liegt bei 11,9 Milliarden Euro. Geht man in der Vergangenheit weiter zurück, liegen die Werte deutlich darüber.

Abb. 1, Angaben in Mio. Euro, Stand: 30. Juni 2026, Quelle: Deutsche Bundesbank (eigene Darstellung)

 

Die Zuflüsse frischer Liquidität summierten sich im zweiten Quartal auf 36,1 Milliarden Euro, wobei der höchste Wert (16,3 Milliarden Euro) ebenfalls im Mai verbucht worden ist. Der Quartalswert liegt mit 12,7 Milliarden Euro deutlich unter dem Durchschnitt der vorangegangenen drei Jahre, welcher 48,8 Milliarden Euro beträgt.

Das Berichtsquartal war kein Quartal der überbordenden frischen Mittel in Spezialfonds, schlussfolgert das Team um Kommalpha-Vorstand Clemens Schuerhoff. Ein weiteres Ergebnis des neuen „Quarterly“ zeigt, dass von der dotierten Liquidität 30,6 Prozent netto in den Spezialfondsmandaten verblieben sind. Das sei eine vergleichbar hohe Quote, spreche für eine entsprechende Mandatstreue und recht geringe Anteilscheindynamik und sei ein positives Zeichen, urteilen sie bei Kommalpha.

Nettomittelaufkommen von Spezialfonds nach Anteilsinhabern

In der Rangliste des Nettomittelaufkommens nach Investorenkategorien lagen im zweiten Quartal private Organisationen ohne Erwerbszweck mit 2,9 Milliarden Euro vorn. Dahinter lagen Altersvorsorgeeinrichtungen (2,3 Milliarden Euro) sowie die Gruppe der Sozialversicherungen und öffentlichen/kirchlichen Zusatzversorgungseinrichtungen (2,2 Milliarden Euro).

Auf den weiteren Plätzen folgen Kreditinstitute (1,8 Milliarden Euro), Versicherungen (1,3 Milliarden Euro) und sonstige Investoren mit einem Nettoneugeschäft von 1,2 Milliarden Euro.

Die einzige Kundengruppe mit einem negativen Nettomittelaufkommen im Berichtsquartal sind Corporates (in Abbildung 2 als nicht finanzielle Kapitalgesellschaften dargestellt), die 739 Millionen Euro netto aus ihren Spezialfondsmandaten abzogen. Dabei lagen sie im ersten Quartal des laufenden Jahres ganz vorn in der Rangliste des Nettoneugeschäfts.

Insgesamt lassen sich laut Kommalpha auf Ebene der Investorenkategorien keine signifikanten Auffälligkeiten entdecken. Entsprechende strukturelle Muster im Nettoneugeschäft gebe es schon lange nicht mehr, heißt es.

Vielmehr sei die Entwicklung recht wechselhaft. Mal gebe es ein starkes Quartal für eine Anteilseignergruppe und das folgende Quartal könne schon völlig gegenteilig sein.

Abb. 2, Angaben in Mio. Euro, Stand: 30. Juni 2026, Quelle: Deutsche Bundesbank (eigene Darstellung)

 

Mittelzuflüsse von Spezialfonds nach Anteilsinhabern

Bei der Dotierung frischer Mittel lagen im zweiten Quartal Altersvorsorgeeinrichtungen im Ranking mit 12,0 Milliarden Euro vorn. Dahinter reihten sich private Organisationen ohne Erwerbszweck (5,8 Milliarden Euro) und Versicherungen (5,4 Milliarden Euro) ein, wie Abbildung 3 zeigt.

Abb. 3, Angaben in Mio. Euro, Stand: 30. Juni 2026, Quelle: Deutsche Bundesbank (eigene Darstellung)

Aus dem Vergleich der Mittelzuflüsse mit dem jeweiligen Nettomittelaufkommen ergibt sich der Entzug an Liquidität aus Spezialfonds.

Am höchsten ist die Auskehrung von Liquidität bei Altersvorsorgeeinrichtungen (9,7 Milliarden Euro), gefolgt von Versicherungen (4,1 Milliarden Euro) und Corporates (3,2 Milliarden Euro).

Ein hoher Liquiditätsentzug bedeutet zugleich eine hohe Anteilsscheindynamik. Bei Altersvorsorgeeinrichtungen sind im Berichtsquartal nur 19 Prozent der frischen Mittel netto in den Spezialfondsmandaten verblieben. Bei Versicherungen beträgt diese Quote 25 Prozent, während bei Corporates die Berechnung aufgrund des negativen Nettomittelaufkommens im Berichtsquartal mathematisch nicht möglich.

Die höchste Quote weisen in diesem Zusammenhang die sonstigen Investoren auf. Von der frischen Liquidität sind im zweiten Quartal satte 57 Prozent netto in ihren Spezialfondsmandaten verblieben. Bei Kreditinstituten beträgt diese Quote 56 Prozent. Somit weisen diese beiden Investorenkategorien die höchste Mandatstreue im Berichtsquartal auf.

Ein Blick auf die Fondskategorien

In der Rangliste des Nettomittelaufkommens nach Fondskategorien lagen im zweiten Quartal gemischte Wertpapierspezialfonds mit 9,4 Milliarden Euro vorn. Ihnen folgen Dachspezialfonds mit 1,1 Milliarden Euro, Immobilienspezialfonds mit 762 Millionen Euro und Rentenspezialfonds mit 481 Millionen Euro.

Sonstige Spezialfonds weisen Nettomittelabflüsse in Höhe von 259 Millionen Euro auf, genauso wie Aktienspezialfonds mit 560 Millionen Euro, die damit die rote Laterne im Ranking des Nettoneugeschäfts inne haben.

Abb. 4, Angaben in Mio. Euro, Stand: 30. Juni 2026, Quelle: Deutsche Bundesbank (eigene Darstellung)

Gemischte Wertpapierspezialfonds profitieren laut Kommalpha im Berichtsquartal vom lange währenden Trend des Masterfondsgeschäfts beziehungsweise der Multi-Asset-Strukturen auf Subfondsebene.

„Bemerkenswert finden wir ebenfalls die Tatsache, dass Immobilienspezialfonds erneut ein robustes Nettoneugeschäft verzeichnen, was völlig konträr zum Publikumsfondsbereich ist“, heißt es im aktuellen „Quarterly“. Der Vollständigkeit halber merken die Spezialfondsanalytiker an, dass das Geschäft von Geldmarkt- und Hedgespezialfonds „nach wie vor nicht existent ist“.

Bei der Dotierung frischer Liquidität befanden sich im zweiten Quartal gemischte Wertpapierspezialfonds mit 23,6 Milliarden Euro auf dem ersten Platz des Rankings. Auf Rang zwei folgen Rentenspezialfonds mit 5,4 Milliarden Euro Mittelzuflüssen vor Dachspezialfonds mit 2,6 Milliarden Euro.

Den Sprung aufs Treppchen haben Aktienspezialfonds mit ihren Mittelzuflüssen nicht geschafft. Sie belegen mit 1,8 Milliarden Euro den vierten Platz, gefolgt von Immobilienspezialfonds mit 1,4 Milliarden Euro frischem Geld im Berichtsquartal und sonstigen Spezialfonds mit 1,1 Milliarden Euro.

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