Alternative Anlagen
22. September 2026

Median-Investor hält fünf alternative Asset-Klassen

Im BAI-Survey werden Private Debt und Infrastruktur weiter hochgeschätzt. Hedgefonds und ILS gewinnen an Interesse.

Geld schläft nicht – aber wo geht es hin? Antworten suchte und fand der Bundesverband Alternative Investments (BAI) im Rahmen seines aktuellen BAI Investor Surveys. An diesem beteiligten sich 105 institutionelle Investoren aus der DACH-Region beziehungsweise 2,9 Billionen Euro.

Wie die Autoren Bunnenberg und Bucher herausfanden, ist der Median-Investor in fünf alternative Asset-Klassen investiert beziehungsweise im Durchschnitt mit 32 Prozent seiner Kapitalanlagen. Etwas vereinnahmend rechnet der Verband allerdings auch Immobilien, Liquid Alternatives oder Rohstoffe zu den Alternatives. Die größte Allokation nach den Immobilien entfällt auf Private Equity und Liquid Alternatives. Betrachtet man nur die Investoren, die in diese beiden Segmente investiert sind, dann ergeben sich Quoten von 8,7 beziehungsweise sieben Prozent.

Infrastruktur knapp vor Private Equity

Von zwei Ausnahmen abgesehen scheinen für die Zukunft keine großen Veränderungen geplant. Der Quoten-Outlook der LPs weicht meist nur minimal nach oben ab. Damit bleiben Infrastruktur Equity, Private Equity und Real Estate Equity die höchst dotierten Asset-Klassen, wobei Infrastruktur mit 84 Prozent der Anleger leicht vor Private Equity liegt. Mit Abstand – 76 Prozent – folgen die Immobilien. Auf Platz vier liegt mit 71 Prozent Corporate Private Debt. Bei den beiden erwähnten Ausnahmen handelt es sich um Hedgefonds / Liquid Alternatives und Insurance Linked Securities (ILS). Erstere machten einen Sprung von 15 Prozent der Anleger im Vorjahr auf nun 21 Prozent. Für die Zukunft melden 23 Prozent ihr Interesse an. Für die ILS ist ein Sprung von neun Prozent in 2025 auf künftige 14 Prozent zu verzeichnen. Cryptos kommen auf aktuell drei Prozent und sind damit, so der BAI, ein „non-topic“.

Mehr Dynamik ist erkennbar, wenn man die geplanten Quoten-Adjustierungen mit im Vorjahr verkündeten Zielen vergleicht. Dann verzeichnen Corporate Private Debt, Infrastructure Equity und Debt, Liquid Alternatives und Private Equity deutliche Zuwächse. Akut vom Abbau sind dagegen Immobilien(finanzierungen) bedroht.

Dachfonds für Private Equity, Directs für Immobilien

Zu den weiteren Ergebnissen des Survey zählt, Primary-Fonds der beliebteste Weg auf die alternativen Märkte sind. Mit 18 beziehungsweise 15 Prozent folgen abgeschlagen Cos und Directs beziehungsweise Secondaries. Evergreens sind für Immobilien ein etablierter Zugangsweg, aber auch für die ausschüttungsstarken Asset-Klassen Corporate Private Debt und Infrastruktur. Auffällig hohe Werte (je 50 Prozent) ergeben sich noch für Dachfonds bei Private Equity und Directs bei Immobilien.

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