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2. Oktober 2026

Kirchliche Investoren gegen Tiefseebergbau

Die Tiefsee ist das am wenigsten erforschte Ökosystem der Erde. Tiefseebergbau bedroht nach Einschätzung kirchlicher Anleger die Meeresökosysteme, das Klima und die Lebensgrundlagen von Küstengemeinschaften.

Wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass sich die von Eingriffen betroffenen Arten am Meeresboden nur extrem langsam oder gar nicht regenerieren. Zu rechnen ist mit irreversiblen Schäden an der Biodiversität und einer Schwächung der Ozeane als wichtigste Kohlenstoffsenke des Planeten. Hinzu kommt die Bedrohung der kulturellen Identität und der vom Fischfang abhängigen Ernährungssicherheit von Anrainern. Auch an ökonomischer Nachhaltigkeit mangelt es, da Tiefseebergbau mit unüberschaubaren finanziellen Risiken einhergeht.

Als Asset Owner haben Kirchen und kirchennahe Organisationen Zugang zu Unternehmen. Mit ihrer Kombination aus Kapital- und Wertemacht können sie in Engagement-Dialogen einen Beitrag für ein Moratoriums leisten. Denn darum geht es: Gemeinsam mit Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft, ein weltweites Moratorium für kommerziellen Tiefseebergbau durchzusetzen.

Deshalb schlossen sich auf Initiative des Arbeitskreises Kirchlicher Investoren (AKI) 17 Anleger aus Europa zusammen, darunter sechs Jesuitenprovinzen, drei Bistümer, die Church of Sweden und die Protestant Church of the Netherlands. Gemeinsames Ziel: Unternehmen für die Unterstützung eines Moratoriums zu gewinnen. Die Unternehmen sollen sich öffentlich verpflichten, keine Mineralien aus dem Tiefseeboden zu beziehen, solche Rohstoffe aus den Lieferketten auszuschließen und Tiefseebergbau nicht zu finanzieren oder zu versichern.

Erste Erfolge gibt es bereits: Der Halbleiterproduzent Infineon ist ein bedeutender potenzieller Abnehmer von Rohstoffen aus dem Meeresboden und wurde darum von den kirchlichen Investoren als Unternehmen identifiziert, das durch öffentliche Positionierung einen Beitrag dazu leisten kann, die Aufnahme kommerzieller Tiefseebergbauaktivitäten unattraktiver zu machen. Der AKI ist seit 2024 mit Infineon im Austausch dazu. Seit Kurzem unterstützt das Unternehmen offiziell das Vision Statement for a Pause on Deep-Sea-Mining. Es verpflichtet sich, keine Mineralien aus dem Tiefseeboden zu beziehen.

Die ökumenische Gruppe kirchlicher Anleger wird sich an weitere strategisch wichtige Unternehmen wenden. Sie eint die Überzeugung, dass (kollaboratives) Engagement ein unverzichtbares und wirksames Instrument ethisch-nachhaltiger Geldanlage ist.

Dr. Karin Bassler, Geschäftsführerin, AKI

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