Alternative Anlagen
5. Oktober 2026

Deutschland nutzt mehr Grünstrom

BDEW: Erneuerbare decken in den ersten drei Quartalen 61 Prozent des Stromverbrauchs. Zuwachs basiert auf Zubau und Einbindung in das Energiesystem.

Und es geht doch voran: Erneuerbare Energien deckten in den ersten drei Quartalen 2026 60,7 Prozent des Stromverbrauchs in Deutschland. Dies, so informiert der Branchenverband BDEW, stelle ein deutliches Plus von vier Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum und einen neuen Rekord dar. Erzielt wurde die Quote trotz eines gleichzeitigen Anstiegs des Bruttostromverbrauchs um 1,6 Prozent. Das zeigen vorläufige Berechnungen des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Insgesamt erzeugten Erneuerbare-Energien-Anlagen von Januar bis September 237,5 Milliarden Kilowattstunden Strom, und damit 8,7 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Mehr Wind- und PV-Strom

Der Anstieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum sei insbesondere auf die deutlich höhere Stromerzeugung aus Windenergie an Land (+ 9,1 Prozent) und auf See (+19,8 Prozent) sowie aus Photovoltaik (+13,9 Prozent) zurückzuführen. Ursachen hierfür seien neben dem fortschreitenden Ausbau ein günstigeres Winddargebot gewesen.

Dagegen verringerte sich die Stromproduktion aus Wasserkraft aufgrund geringer Niederschlagsmengen im Vergleich zum Vorjahr um 14,3 Prozent. Die Erzeugung aus Biomasse fiel mit einem Rückgang von 2,1 Prozent etwas geringer aus.

Der Ausbau der Erneuerbaren Energien in Deutschland blieb bisher 2026 auf sehr hohem Niveau. Besonders die Photovoltaik legte weiter kräftig zu: Mit einem bisher registrierten Bruttozubau von 11,8 Gigawatt im Marktstammdatenregister wurde der Wert des Vorjahreszeitraums von 11,0 Gigawatt nochmals übertroffen.

Verteilnetze müssen ausgebaut werden

„Diese positiven Zahlen sind das Ergebnis eines guten Zusammenspiels der Energiewirtschaft: zum einen der starke Zubau von Erneuerbaren Anlagen, zum anderen die verlässliche Einbindung der Anlagen in unser Energiesystem durch die Netzbetreiber. Damit ermöglichen wir den wachsenden Erneuerbaren-Anteil bei gleichbleibender Versorgungsqualität“, sagt Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung. „Damit der Erneuerbaren-Anteil weiterwächst, muss die Bundesregierung zeitnah zu einer Einigung beim Erneuerbare-Energien-Gesetz kommen und das angekündigte Beschleunigungspaket für den Ausbau der Verteilnetze auf den Weg bringen. Hier gilt es insbesondere, Verfahren und Umweltprüfungen zu vereinfachen, um einen schnelleren Baubeginn zu ermöglichen.“ Wichtige Weichen, so Andreae, stelle auch das Netzanschlusspaket. Neue Anlagen würden mit zunehmender Elektrifizierung immer mehr um den Anschluss ans Netz mit Industrie, Gewerbe, Batteriespeichern und Wärmepumpen konkurrieren. „Klare Vorgaben, die einen schnelleren und effizienteren Netzanschluss möglich machen, sind daher unverzichtbar.“

Interessant an der Mitteilung des BDEW ist zudem der Hinweis auf die zwei Berechnungsmöglichkeiten der Renewables-Quoten. Die oben genannten 60,7 Prozent beziehen sich auf den Anteil Erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch.

Erneuerbaren-Quote: Zwei Berechnungsmöglichkeiten

Erneuerbare Energien deckten den Bruttostromverbrauch in Deutschland in den ersten drei Quartalen 2026 zu 60,7 Prozent. Die andere Möglichkeit ist, den Anteil der Erneuerbaren Energien an der Bruttostromerzeugung in Deutschland zu messen. Diese Quote ist mit 60,4 Prozent sogar etwas niedriger.

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