Eiopa hat Private-Equity-Eigentümer auf dem Radar
Übernehmen Beteiligungshäuser Versicherungen steht Aufsicht vor verschiedenen Herausforderungen. Nach der Akquisition steigen oft die Alternatives-Quoten.
Vergangenen Monat sorgten die Pläne von Blackstone, gemeinsam mit Aon ein Versicherungs-Vehikel bei Lloyd´s of London aufzusetzen, in der Assekuranz laut der FT für einen „Firestorm“. Für die großen Anbieter von Private-Equity-Fonds sind Lebensversicherungen aufgrund ihrer stetigen Cashflows ein interessantes Target. Besonders exponiert im Versicherungssektor sind beispielsweise Apollo und KKR.
Bei der Eiopa hat Blackstones Vorhaben vielleicht keinen Firestorm ausgelöst. Es dürfte aber zur Veröffentlichung eines Supervisory Statements zur Zulassung und laufenden Beaufsichtigung von (Rück-)Versicherungsunternehmen im Bereich Private Equity beigetragen haben. Adressiert ist die Stellungnahme an die nationalen Aufsichten.
Herausforderungen für wirksame Aufsicht
Private-Equity-Gesellschaften (PE) haben in den letzten zehn Jahren ein wachsendes Interesse am Erwerb und an der Führung von (Rück-)Versicherungsunternehmen gezeigt, so die europäische Aufsichtsbehörde. Zwar könnten PE-Akteure potenzielle Vorteile für die Branche mit sich bringen, ihre Geschäftsstrategien, Eigentumsverhältnisse, Vermögensallokationen und Governance-Regelungen aber auch Herausforderungen für eine wirksame Aufsicht darstellen. Als zu bewertende und genau zu überwachende Schlüsselbereiche nennt Eiopa unterschiedliche Anlagehorizonte, komplexe Finanzierungs- und Eigentümerstrukturen, Änderungen im Geschäftsmodell, Abhängigkeiten von Rückversicherungen sowie Governance-Fragen und Interessenkonflikte. Zu den konkreten Bedenken der Aufsicht zählt, dass Versicherer nach ihrer Akquisition durch ein Beteiligungshaus oft ihre Allokationen in Private Credit und alternativen Assets erhöhen. Diese Assets wiederum seien komplex, illiquid und schwierig zu bewerten.
Petra Hielkema, Vorsitzende der Eiopa, erklärte: „Eine gute Aufsicht konzentriert sich in erster Linie auf Risiken und nicht darauf, wer die Eigentümer eines Versicherers sind. Von Private-Equity-Kapital finanzierte Unternehmen unterliegen denselben risikobasierten Aufsichtsstandards wie alle anderen Versicherer. Wenn jedoch neue Eigentümerstrukturen oder Geschäftsmodelle zu erhöhter Komplexität oder zusätzlichen Risiken führen, ist es unsere Aufgabe, sicherzustellen, dass diese Risiken angemessen beaufsichtigt werden. Diese Stellungnahme trägt dazu bei, diesen Ansatz EU-weit einheitlicher zu gestalten, da von Private-Equity-Kapital finanzierte Versicherer einen immer wichtigeren Teil des europäischen Versicherungsmarktes ausmachen.“
Mehr zu Lebensversicherern in Private-Equity-Hand lesen Sie hier.
Autoren: Patrick EiseleSchlagworte: Aufsicht | Private Equity
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