Investoren
14. Oktober 2026

Anleger geben Infrastruktur den Vorrang vor Immobilien

Institutionelle Investoren aus Deutschland wollen ihre Infrastrukturbestände konstant halten und aufstocken. Von Immobilien lässt sich das nicht sagen.

Erneuerbare Energien und digitale Infrastruktur einschließlich Rechenzentren und Kommunikation sind bei deutschen institutionellen Anlegern derzeit die gefragtesten Infrastruktursegmente. In der aktuellen Investorenumfrage „Welche Real-Asset (Fonds) überzeugen im Jahr 2027?“ der Service-KVG Intreal unter 48 Marktteilnehmern, darunter Banken, Family Offices, Pensionskassen, Sparkassen, Stiftungen, Versicherungen und Versorgungswerke, liegen sie mit jeweils rund 62 Prozent gleichauf.

Anlagen im Segment Versorgung finden 42 Prozent der Befragten attraktiv. „Transport und Verkehr“ erreicht 38 Prozent, zehn Prozentpunkte mehr als in der Vorjahresbefragung.

Regional bevorzugen die Befragten bei der Infrastruktur europäische Märkte: Rund 85 Prozent nennen Europa als Investitionsziel, 59 Prozent Deutschland. Auf die USA entfallen rund sieben Prozent.

Kaum ein Marktteilnehmer will die Infrastrukturquote senken

Rund 67 Prozent der Befragten wollen ihre bestehende Allokation in Infrastruktur 2027 konstant halten, knapp 30 Prozent planen eine Erhöhung. Nur drei Prozent beabsichtigen, ihre Infrastrukturquote zu senken.

Immobilienstrategien: Logistik ist nun besonders gefragt

Auch innerhalb des Immobiliensegments verschieben sich laut der Intreal-Investorenumfrage die Präferenzen. Mit 59 Prozent liegt Logistik erstmals auf dem ersten Platz der attraktivsten Nutzungsarten. Wohnen folgt mit 56 Prozent.

Die Entwicklung beim Segment Hotels und Serviced Apartments fällt besonders deutlich aus: Ihr Anteil steigt gegenüber dem Vorjahr von 7 auf 22 Prozent. Nahversorgungsimmobilien nennen 29 Prozent der Befragten.

56 Prozent der Anleger wollen ihre Immobilienquote reduzieren

Laut Intreal unterscheiden Investoren heute viel stärker danach, welche Nutzungsarten unter den aktuellen Marktbedingungen überzeugen. Die höhere Selektivität zeigt sich auch bei der geplanten Immobilienallokation. 56 Prozent wollen ihre Quote 2027 reduzieren, 29 Prozent planen mit einer konstanten Allokation und 15 Prozent mit einer Erhöhung.

Gleichzeitig haben sich die Renditeerwartungen deutlich nach oben verschoben. Rund 27 Prozent der Befragten erwarten bei neuen Immobilienfonds eine anfängliche
Ausschüttungsrendite von mehr als fünf Prozent. Die größte Gruppe, rund 34 Prozent, rechnet mit 4,1 bis 4,5 Prozent. Eine Rendite von 3,5 bis 4,0 Prozent erwarten nur noch zwölf Prozent, im Vorjahr waren es 40 Prozent.

Investoren konzentrieren sich auf Europa

Bei Immobilien bevorzugen die Befragten etablierte europäische Märkte. 70 Prozent nennen Europa als Investitionsziel, 68 Prozent Deutschland. Die USA spielen mit drei Prozent eine untergeordnete Rolle.

Innerhalb Europas liegt die DACH-Region mit 83 Prozent vorn. Besonders stark gewinnt Benelux: 61 Prozent nennen die Region als bevorzugtes Ziel, nach 40 Prozent im Vorjahr. Skandinavien erreicht 43 Prozent.

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