Asset Management
16. Oktober 2026

Nach 16 Jahren: Catella-Fonds wird abgewickelt

Mit diesem Schachzug will die KVG den Verkaufsdruck senken. Für etwaige institutionelle Anteilseigner bedeutet die Nachricht eine längerfristige Kapitalbindung.

Die Krise bei Immobilienpublikumsfonds infolge der steigenden Zinsen und anderer negativer Faktoren zieht weitere Kreise. In den Strudel geraten längst auch Produkte, die seit vielen Jahren etabliert sind, wie nun der „Catella MAX“. Der Fonds wurde 2010 als regional fokussierter Immobilienfonds für die Metropolregion München aufgelegt.

Der Vorstand der Catella Real Estate AG hat beschlossen, die Verwaltung des offenen inländisches Publikums-Immobilien-Sondervermögens „nach 16 Jahren erfolgreicher Investmentstrategie“ zum 13. Oktober 2026 zu kündigen. Der Fonds, der sich insbesondere an vermögende Privatanleger richtete, werde anschließend geordnet abgewickelt und beendet, heißt es in einer Mitteilung der Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG).

Seit dem 13. Oktober 2026 werden keine Anteile mehr ausgegeben oder zurückgenommen. Das Immobilienportfolio werde schrittweise verkauft.

Die Catella Real Estate AG ist als AIFM-Plattform Teil der in Stockholm ansässigen Catella AB. In einer Mitteilung listet die Fondsgesellschaft eine Reihe von Gründen auf, um ihre Entscheidung zu rechtfertigen. So hätten die geopolitischen Herausforderungen der letzten Jahre, das geänderte Zinsumfeld und das angepasste Investmentverhalten von vermögenden Privatkunden die Rahmenbedingungen für offene Immobilien-Publikumsfonds strukturell verändert.

Hochwertige Bestandsimmobilien sind kein Garant für dauerhaften Erfolg

Im Mittelpunkt standen etablierte Stadtteillagen. Der Fonds investierte überwiegend in hochwertige Bestandsimmobilien und setzte auf eine langfristige Haltedauer.

So verfolgten die Fondsmanager einen Core- und Core-Plus-Ansatz. Damit zielten sie auf stabile Mieterträge und eine ausgewogene Risikostruktur ab. Zugleich streute der Fonds seine Investments über unterschiedliche Nutzungsarten und Mieter, mit dem Fokus auf Büros.

Ebenso wie andere offene Immobilien-Publikumsfonds verzeichnet auch der Catella MAX Mittelabflüsse. Weil die Fondsmanager jedoch nicht mit einer nachhaltigen Rückkehr der Mittelzuflüsse rechnen, ziehen sie an dieser Stelle bildlich gesprochen die Notbremse.

Bei einer Fortführung des Fonds hätte die notwendige Liquidität, um Anteilsscheinrückgaben nachkommen zu können, zunehmend durch Immobilienverkäufe generiert werden müssen, betont die KVG. Doch der schwache Transaktionsmarkt mit begrenzter Liquidität erschwere solche Verkäufe.

KVG will den Verkaufsdruck senken

Vor diesem Hintergrund sieht Catella in der geordneten Abwicklung die beste Lösung. Sie ermögliche es, die Immobilien schrittweise und ohne unmittelbaren Verkaufsdruck zu veräußern. Für etwaige institutionelle Anteilseigner bedeutet diese Nachricht allerdings eine längerfristige Kapitalbindung, bis die Immobilien einen Käufer gefunden haben.

„Unser zentrales Anliegen ist ein sachgerechter Interessenausgleich zwischen allen Anlegern“, erklärt Dr. Bernd Thalmeier, Vorstand der Catella Real Estate AG. „Wir möchten mit dem Abschluss der Investmentstrategie Werte schützen.“ Die geordnete Abwicklung stelle sicher, dass alle Anleger nach einheitlichen Regeln an der weiteren Entwicklung und den Verkaufserlösen des Portfolios teilnehmen, fügt Thalmeier an.

Seit seiner Auflage im Jahr 2010 hat der Catella MAX nach BVI-Methode eine durchschnittliche jährliche Wertentwicklung von 5,1 Prozent erzielt. Damit liege er nach Angaben der KVG über dem bei Fondsauflage formulierten angestrebten Renditeziel von jährlich 4 bis 5 Prozent. Thalmeier zufolge wurde die Wertentwicklung zuletzt durch „marktbedingte Bewertungsanpassungen belastet“.

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