Immobilien
26. Oktober 2026

Renditeanstieg bei Büroimmobilien

Mehr grenzüberschreitende Investitionen bei europäischen Büroimmobilien. Savills: „Neubauprojekte bleiben weitgehend unrentabel.“

Und der Büroimmobilienmarkt bewegt sich doch: Laut einer Analyse des internationalen Immobilienberaters Savills ist der Anteil grenzüberschreitender Investitionen in europäische Büroimmobilien in diesem Jahr bislang auf 39 Prozent gestiegen – gegenüber 36 Prozent im Jahr 2025. Basis dieser Auswertung sind Angaben des Daten- und Analyseanbieters Real Capital Analytics.

Die gestiegene Nachfrage führt der Immobilienberater auf eine Reihe von Investoren in ganz Europa zurück, die anhaltend auf dem Markt aktiv sind. So seien französische Immobilien-Anlagegesellschaften, SCPIs, regionenübergreifend auf Einkaufstour. Auch würden Privatanleger erstklassige Objekte auf verschiedenen Märkten erwerben. Als Beispiel wird der Erwerb von „Capital 8“, einem rund 45.000 Quadratmeter großen Geschäfts- und Bürokomplex im 8. Arrondissement von Paris, durch Pontegadea genannt. Dabei handle es sich um das Family-Office des spanischen Milliardärs und Zara-Gründers Amancio Ortega. Hinzu kämen häufiger deutsche Investoren aus dem Versicherungs- und Vorsorgesektor, die selektiv auf Objekte bieten

Renditeanstieg auf 5,1 Prozent

Allerdings: Nach einer Phase stabiler Renditen im Prime-Segment führten laut Savills höhere langfristige Finanzierungskosten im dritten Quartal 2026 in ausgewählten Städten zu einem Anstieg der Renditen. Die durchschnittlichen Renditen für erstklassige Büroimmobilien in Europa stiegen im dritten Quartal 2026 um 13 Basispunkte auf 5,1 Prozent. Warschau, das zentrale Geschäftsviertel von Paris, Brüssel, die Londoner City, das West End und Manchester verzeichneten als Reaktion auf die höheren risikofreien Zinssätze einen Anstieg um 25 Basispunkte. Die sechs führenden deutschen Städte verzeichneten im dritten Quartal einen Anstieg der Renditen um zehn bis 20 Basispunkte, Lyon stieg um 50 Basispunkte auf sechs Prozent, während Lissabon um 40 Basispunkte auf fünf Prozent zulegte.

Im Gegensatz dazu sei die Rendite in Stockholm um 15 Basispunkte auf 3,75 Prozent gesunken, was die Stärke des inländischen Kapitals widerspiegelt, das auf erstklassige Objekte auf dem dortigen Markt abzielt. So habe der schwedische Pensionsfonds Alecta kürzlich ein Büroportfolio in Stockholm im Wert von 451 Millionen Euro erworben.

Karsten Nemecek, Deputy CEO bei Savills in Deutschland, sagt: „Büromärkte, die Mietwachstum verzeichnen, werden dazu beitragen, die Attraktivität europäischer Büroimmobilien für Investoren aufrechtzuerhalten. Eine Angebotsverknappung und die Flucht der Mieter in hochwertige Objekte bieten Chancen zur Neupositionierung in zentralen Geschäftsvierteln oder in deren Nähe. Neubauprojekte bleiben hingegen weitgehend unrentabel. Darüber hinaus dürfte das Beschäftigungswachstum in Büroberufen in wichtigen Wissenszentren in den Bereichen Unternehmensdienstleistungen, Technologie und Finanzen die Nachfrage nach neuen Mietflächen stützen.“

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