Mehr Eigenkapital, mehr Investoren, weniger Eigenmittelunterlegung
Weitere 550 Millionen Euro für Transnet-BW. Über 65 Investoren nun am Südwest-Konsortium beteiligt.
Das Südwest-Konsortium (SWK) hat in seiner dritten Fundraising-Phase von Juli 2025 bis September 2026 rund 550 Millionen Euro zusätzliches Kapital von institutionellen Investoren mobilisiert. Damit steigt das insgesamt über die SWK-Investmentvehikel bereitgestellte Eigenkapital auf über 1,6 Milliarden Euro.
Insgesamt beteiligen sich inzwischen über 65 institutionelle Investoren an dem Konsortium, das mittelbar 24,95 Prozent am Übertragungsnetzbetreiber Transnet-BW hält. Diese Zahlen gab die LBBW AM bekannt.
Beim SWK handelt es sich um einen Zusammenschluss institutioneller Investoren zur langfristigen Beteiligung an der Energieinfrastruktur in Baden-Württemberg. Transnet-BW steht vor umfangreichen Investitionen in den Ausbau und die Modernisierung der Stromnetze, die für Versorgungssicherheit und die Integration Erneuerbarer Energien unverzichtbar sind.
Als Erfolgsfaktor für das Fundraising wird in der Pressemitteilung die Eigenmittelprivilegierung für CRR-regulierte Banken genannt. Das Südwest-Konsortium stelle das einzige Infrastrukturinvestment in Deutschland dar, das diese Ausnahmeregelung der Bafin erhalten habe. Statt einem Risikogewicht von 250 Prozent sind im SWK für Sparkassen und Banken nur 100 Prozent erforderlich.
Breite Investorenbasis
Die Investorenbasis des Südwest-Konsortiums umfasst Sparkassen und ihre Verbundpartner aus Baden-Württemberg, einzelne Sparkassen aus anderen Bundesländern, Volksbanken, Stiftungen, kirchliche Investoren, weitere institutionelle Anleger und Family Offices. Auch die L-Bank gehört zum Investorenkreis. Eine zentrale Rolle spielen die Sparkassen, die das Konsortium seit dessen Gründung als Investoren und Partner begleiten.
„Mit rund 553 Millionen Euro zusätzlichem Kapital schließen wir die dritte Fundraising-Runde mit einem starken Ergebnis ab. Entscheidend ist dabei die Breite und langfristige Orientierung unserer Investorenbasis: Unterschiedliche institutionelle Anleger bündeln damit Kapital für eine Infrastruktur, die für die Versorgungssicherheit, wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und die Transformation unseres Energiesystems von zentraler Bedeutung ist“, sagt Roland Oppermann, Vorstandsmitglied der SV Sparkassen-Versicherung und verantwortlich für das Ressort Finanzen.
Partner des SWK sind die SV Sparkassen-Versicherung als Lead-Investor und Geschäftsbesorger des Konsortiums. Als Kapitalverwaltungsgesellschaft fungiert Derigo. LBBW Asset Management begleitet das Südwest-Konsortium als Vertriebsstelle. Weiter bringt der Sparkassenverband Baden-Württemberg (SVBW) regulatorische Expertise ein.
„Das Südwest Konsortium zeigt, wie sich institutionelles Kapital für langfristige Infrastrukturinvestitionen mobilisieren lässt, wenn regionale Verankerung, spezialisierte Investmentkompetenz und eine breite Vertriebsbasis zusammenkommen. Mehr als eine halbe Milliarde Euro an zusätzlichen Kapitalzusagen in dieser Runde zeigen zugleich, dass der Bedarf an solchen langfristigen Anlagemöglichkeiten auf Investorenseite groß ist“, sagt Karen Armenakyan, Vorsitzender der Geschäftsführung der LBBW Asset Management. „Für Infrastrukturinvestitionen braucht es einen langen Atem. Unser Anspruch ist es deshalb, institutionelle Anleger mit langfristigem Kapitalbedarf und reale Investitionsbedarfe in der Infrastruktur dauerhaft zusammenzubringen“, so Armenakyan weiter.
Weiteres Fundraising für 2027 geplant
Der Investitionsbedarf für Ausbau und Modernisierung der Energieinfrastruktur bleibt laut LBBW AM hoch. Darum sei für 2027 eine weitere Fundraising-Runde vorgesehen. Ziel sei, weiteres institutionelles Kapital zu mobilisieren und die langfristige Beteiligung des Konsortiums an zentraler Energieinfrastruktur auszubauen.
Autoren: Patrick EiseleSchlagworte: Energiewende | Infrastruktur / Infrastructure Equity
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