2026 steht ein neuer Dividendenrekord ins Haus
Jeder dritte Dividenden-Dollar kommt aus den USA. Ölkonzerne bevorzugen allerdings Aktienrückkäufe als flexiblere Möglichkeit, um überschüssige Liquidität an die Aktionäre zurückzuführen.
Die weltweit ausgeschütteten Dividenden erreichten im dritten Quartal 2026 mit 546,0 Milliarden Dollar einen neuen Rekordwert. Auf bereinigter Basis stiegen sie im Jahresvergleich um 7,5 Prozent, wie der aktuelle „Dividendenradar“ der Capital Group zeigt. Rechnet man Wechselkurseffekte, Sonderdividenden und andere technische Faktoren heraus, lag das Dividendenplus in den ersten neun Monaten des Jahres bei 7,0 Prozent, wie die Fondsgesellschaft mitteilte.
Der „Dividendenradar“ erscheint vierteljährlich und befasst sich auf der Grundlage eines speziell dafür entwickelten Index mit den Dividenden, die die 1.600 größten Unternehmen der Welt an ihre Aktionäre ausschütten. Sie decken zum 31. Dezember 2025 rund 85 Prozent der weltweiten Marktkapitalisierung ab. Um ein vollständiges Bild zu erhalten, ergänzen die Studienmacher die Zahlen auf 100 Prozent, indem sie vereinfachte Annahmen treffen.
Laut den Angaben erhöhte der Großteil (88 Prozent) der im Index der Capital Group vertretenen Unternehmen ihre Dividenden oder hielt sie stabil. Gleichzeitig erreichte das mittlere Dividendenwachstum (Median) 5,9 Prozent. Dies verdeutlicht nach Einschätzung der Studienmacher, dass die Entwicklung auf einer breiten Basis beruht und nicht nur von einer kleinen Zahl besonders großer Dividendenzahler getragen wird.
Nachdem die Ausschüttungen im dritten Quartal stärker als erwartet ausgefallen seien, hat die Partners Group ihre Jahresprognose angehoben. Für 2026 erwarten die Marktbeobachter nun weltweite Dividenden von 2,24 Billionen Dollar. Das wären 6,8 Prozent mehr gegenüber dem Vorjahr.
Die USA haben die Nase vorn
US-Unternehmen schütteten im dritten Quartal Dividenden in Höhe von 180,7 Milliarden Dollar aus. Das entspricht einer Kernwachstumsrate von 5,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Demnach entfiel jeder dritte ausgeschüttete Dollar (33 Prozent) auf US-Firmen.
Auch die europäischen Dividenden sind im dritten Quartal kräftig gestiegen; die Gesamtsumme erreichte 42,1 Milliarden Dollar, was einem Anstieg von 9,7 Prozent auf bereinigter Basis entspricht.
Hochtief ist das einzige deutsche Unternehmen im Index für den „Dividendenradar“, das im dritten Quartal eine Dividende gezahlt hat. Der Baukonzern steigerte seine Ausschüttung gegenüber dem Vorjahr um ein Zehntel.
Sektortrends: Finanzwerte stechen heraus
Finanzwerte leisteten im dritten Quartal den größten Beitrag zum weltweiten Dividendenwachstum. Sie waren für rund ein Drittel des Anstiegs der Gesamtausschüttungen verantwortlich. Während Banken ihre Dividenden weitgehend im Einklang mit dem Gesamtmarkt erhöhten, verzeichneten allgemeine Finanzwerte ein Wachstum von 17,6 Prozent. Hintergrund dafür seien starke Kapitalmärkte, eine rege Handelsaktivität und hohe Gebühreneinnahmen.
Die stärksten Zuwächse verzeichneten die Sektoren Bergbau und Chemie mit einem Anstieg der Ausschüttungen um 21,7 Prozent. Auf den Bergbau sei rund ein Sechstel des weltweiten Dividendenanstiegs entfallen. Höhere Rohstoffpreise und eine verbesserte Cashflow-Generierung hätten zu steigenden Ausschüttungen beigetragen, heißt es in der Analyse. Ein weiteres Sechstel des Wachstums sei vom Technologiesektor beigesteuert worden, der von asiatischen Unternehmen angeführt worden sei.
Ölunternehmen verfolgen andere Pläne, wenn es um das Thema Ausschüttungen geht. Sie hätten sich trotz der gestiegenen Energiepreise zurückhaltender gezeigt, wie die Studienmacher verdeutlichen.
Demnach bevorzugten die großen Ölkonzerne weiterhin Aktienrückkäufe als flexiblere Möglichkeit, um überschüssige Liquidität an die Aktionäre zurückzuführen. Sie sehen also davon ab, ihre regulären Dividenden rasch zu erhöhen. Begründet wird das mit den volatilen Energiemärkten.
Den vollständigen Dividendenradar für das dritten Quartal 2026 finden Sie her.
Autoren: Tobias BürgerSchlagworte: Aktien | Dividenden
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