Alternative Anlagen
20. Juli 2022

Abgang mit besonderer Note

Key Person bei Montana Capital vor dem Absprung. Secondary-Spezialist schließt Lücke intern.

Beim Secondary-Spezialisten Montana Capital Partners (MCP) gibt es personelle Änderungen. Bereits Anfang dieses Jahres hat CFO Katja Baur, die das Schweizer Beteiligungsunternehmen auch als Referentin auf verschiedenen Branchenveranstaltungen präsentiert hat, MCP verlassen. Der nächste Abgang steht Ende Oktober an: Dann wird sich Dr. Christian Diller, geschäftsführender Partner und Mitgründer, aus dem Unternehmen zurückziehen. „Ich sehe dies als den richtigen Zeitpunkt an, weil MCP in einer hervorragenden Situation ist. Der Übergang zur PGIM-Familie ist im vollen und sehr positiven Gang“, so Diller auf Anfrage. Diller hat MCP 2011 gemeinsam mit Dr. Marco Wulff gegründet. Beide haben eine gemeinsame berufliche Vergangenheit bei Capital Dynamics.

Mit Diller geht eine Key Person

Der Abschied von Diller ist für die Investoren nicht ohne Brisanz. Denn mit Diller geht nicht nur der Mitgründer und ein ausgewiesener Private-Equity-Experte von Bord, sondern auch eine sogenannte Key Person, für die bestimmte Klauseln gelten. Wie der Branchenverband Inrev informiert, beinhaltet eine Key Men Clause, dass die Limited Partner erwarten können, dass diejenigen Führungskräfte, die für die bisherige Erfolgsbilanz verantwortlich waren, auch künftig die Fonds managen. Wenn Schlüsselpersonen den Hut nehmen, können Anleger häufig weitere Investitionen aussetzen.

Letzteres ist besonders kritisch für die Fixed-Income-Größe PGIM. Schließlich hat der Investmentmanager des Versicherungskonzerns Prudential vor fast genau einem Jahr die Übernahme von Montana vereinbart und im vergangenen Jahr auch abgeschlossen. Damals teilte PGIM mit, dass Diller und Wulff „unverändert das Unternehmen als Co-Chief Executive Officers führen“ werden.

Anzunehmen ist, dass der Kaufpreis sich an dem von MCP verwalteten Vermögen von rund drei Milliarden Dollar orientierte – und im Feuer steht, falls die Anleger ihre Commitments tatsächlich zurückziehen. Dies scheint jedoch nicht der Fall zu sein. Laut PGIM verzichten die Investoren auf die Anwendung der Klausel. Die Anleger seien davon überzeugt, „dass wir unsere Anlagestrategie mit den zahlreichen erfahrenen Investment Professionals weiterhin umsetzen können“.

Zur Überzeugungsarbeit beigetragen haben dürfte, dass mit Dillers Abgang verbundene Personalfragen schnell geklärt wurden. So werden die beiden bisherigen Partner Dr. Christoph Jäckel und Eduard Lemle geschäftsführende Gesellschafter. Jäckel ist seit 2014 bei MCP, Lemle seit 2015. Zudem soll Marco Wulff im ab November geltenden Organigramm als alleiniger CEO fungieren. „Damit und zusammen mit dem erweiterten Managementteam ist MCP bestens aufgestellt für den nächsten Wachstumsschritt“, erläutert Christian Diller. „Dies wird von den Investoren ebenfalls so gesehen und unterstützt. Auch deshalb sind die Investoren von der vorgeschlagenen Nachfolgelösung überzeugt und haben ihr zugestimmt.“ Abschließend teilt PGIM mit: „Die positive Reaktion unserer Investoren spiegelt auch deren anhaltende Unterstützung für das Unternehmen und die Fondsstrategien wider, für die wir sehr dankbar sind.“ Was diese Erklärung auch widerspiegelt: ein gewisses Maß an Erleichterung.

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