Abpfiff für Fußball-Aktien
Performance des Pelé-Index weit hinter breitem Aktienmarkt. Spielergebnisse mit Aktienrenditen nur gering korreliert.
Geld, das börsennotierte Fußballclubs verdienen wandert zuvorderst in die Taschen von Spielern und Beratern und wird nicht an die Aktionäre in Form von Dividenden ausgeschüttet. Für diese These spricht, dass auch in diesem Jahr die Aktien- und Fußballexperten von Aegon Asset Management eine „strukturelle Diskrepanz zwischen Erfolg auf dem Spielfeld und der Schaffung von Shareholder Value“ erkennen. Sie stützen sich bei dieser Aussage auf die Performance des Pelé-Index, der in der Saison 25/26 um 27 Prozentpunkte hinter dem breiteren Aktienmarkt zurückblieb und auch in den Vorjahren enttäuschte.
Seit der Auflegung des Pelé-Index im Jahr 1998 hat der Index eine Gesamtrendite von minus elf Prozent erzielt. Dies steht in krassem Gegensatz zu der Rendite von 678 Prozent des globalen Marktes im gleichen Zeitraum.
FC Porto, Lazio und Manchester United deutlich im Plus
Mit Einzeltiteln war in der vergangenen Saison jedoch durchaus Geld zu verdienen: Der FC Porto lieferte mit einer bemerkenswerten Rendite von 213 Prozent die stärkste Börsenperformance. SS Lazio ist mit einer Rendite von 76 Prozent der Zweitplatzierte der Saison 2025/26. Der FC Manchester United, der größte Bestandteil des Pelé-Index, verzeichnete einen Kursanstieg von 44 Prozent.
Das Fazit der Studienmacher: „Wir sehen keinen starken Zusammenhang zwischen Spielergebnissen und Aktienrenditen. Auch in der Saison 2025–2026 finden wir anhand der Ergebnisse in internationalen Wettbewerben keine Hinweise auf einen solchen Zusammenhang. Überdurchschnittliche Ergebnisse in internationalen Spielen gingen nicht mit höheren Aktienrenditen einher.“
Besonders enttäuschend ist in Deutschland die Performance der Aktien der SpVgg Unterhaching. Über drei Jahre ist ein Minus von über 80 Prozent zu verzeichnen. Aussicht auf Besserung besteht nicht: Mangels finanzieller Mittel verzichtete Regionalligist Haching auf die Relegationsspiele zur 3. Liga. Bei Borussia Dortmund, dem zweiten börsennotierten deutschen Club, beläuft sich das Minus über drei Jahre auf 30 Prozent.
Der Pelé-Index umfasst derzeit 18 Unternehmen aus neun Ligen. Manchester United FC ist mit einer Marktkapitalisierung von knapp über 3 Milliarden Euro der größte Bestandteil, gefolgt von Juventus FC und Fenerbahçe SK. Die kombinierte Marktkapitalisierung des Pelé-Index beläuft sich auf gerade einmal 7,1 Milliarden Euro.
Autoren: Patrick EiseleSchlagworte: Aktien
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