Strategien
28. August 2013

Absolute Return hält, was es verspricht

Laut einer Lupus-Alpha-Studie erzielten Absolute-Return-Fonds über die vergangenen fünf Jahre hinweg mehrheitlich eine positive Rendite. Aber Vorsicht: Es lauern erheblich Qualitätsunterschiede zwischen einzelnen Fonds.

Gute Nachrichten aus der Welt des Absolute Returns hat Lupus Alpha zu vermelden: Absolute-Return-Fonds halten fast immer, was sie versprechen. Wie aus einer neuen Studie hervorgeht, in der 166 in der Lipper-Datenbank gelistete Absolute-Return-Fonds mit Fünfjahreshistorie untersucht wurden, schafften 75 Prozent im Untersuchungszeitraum bis Ende Juni 2013 eine positive Rendite. Im Schnitt waren es 1,41 Prozent pro Jahr. Eine Rendite über dem Geldmarkt und damit eine positive Sharpe Ratio auf Sicht von fünf Jahren schafften 55 Prozent der Fonds. „Angesichts des schwierigen Marktumfeldes ist das ein durchaus achtbares Ergebnis“, glaubt Ralf Lochmüller, Managing Partner bei Lupus Alpha.
Vergleicht man die neuesten Ergebnisse mit der Vorgängerstudie (Ende Juni 2012) zeigt sich eine deutliche Verbesserung. Damals kamen lediglich 58 Prozent der untersuchten Fonds auf eine positive Rendite. Diese lag bei durchschnittlich 0,5 Prozent pro Jahr. Zudem kam nur einer von vier Fonds auf eine positive Sharpe Ratio. 
Allerdings ist innerhalb des vergangenen Jahres nicht alles besser geworden. Nach wie vor gibt es große Qualitätsunterschiede zwischen den einzelnen Fonds. Das Spektrum an Sharpe Ratios reicht von plus 1,76 bis minus 1,72. Angesichts dieser Zahlen ist es nicht überraschend, dass Lochmüller davor warnt, nur einen Blick auf die Performance zu werfen: „Deswegen kommt es bei der Suche nach dem passenden Produkt für Anleger einmal mehr darauf an, sich die jeweilige Strategie und das Rendite-Risiko-Profil genau anzuschauen.“ Auch die Range der Maximum Drawdowns zeigt deutliche Qualitätsunterschiede zwischen den einzelnen Fonds. Über einen Zeitraum von Juni 2008 bis Juni 2013 liegt Spannweite zwischen minus 0,31 und minus 87,60 Prozent. Der durchschnittliche Maximalverlust über fünf Jahre beträgt minus 14,49 Prozent und lag damit deutlich besser als die Aktienmärkte. Über denselben Zeitraum kamen beispielsweise der Eurostoxx 50 auf minus 41,32 Prozent und der S&P 500 auf minus 42,70 Prozent.
So schön diese Zahlen der Absolute-Return-Fonds auch sind, eines dürfte die Investoren weniger freuen. Die Gesamtkosten der Absolute-Return-Fonds in Deutschland sind weiter gestiegen und drücken auf die Performance. Laut der Lupus-Alpha-Studie beträgt die Total Expense Ratio im Schnitt 1,77 Prozent. In der Vorgängerstudie (Ende Juni 2012) waren es noch 1,62 Prozent.        
Je älter desto besser
Auch die Zahlen aus dem laufenden Jahr zeigen große Unterschiede zwischen den einzelnen Fonds. Im ersten Halbjahr hatte zwar etwa die Hälfte der 564 untersuchten Absolute-Return-Fonds, die insgesamt in der Lipper-Datenbank aufgelistet sind, eine positive Rendite erzielt. Im Schnitt lag diese bei 0,33 Prozent. Das Spektrum reichte allerdings von 47,92 bis minus 35,85 Prozent. Eine positive Sharpe Ratio schafften ebenfalls rund die Hälfte. Der Maximalverlust betrug im Schnitt minus 5,62 Prozent, wobei die Streuung von null bis minus 37,75 Prozent reichte.
Unterteilt man die untersuchten Fonds nach ihrem Track Record, zeigt sich: Fonds mit einem längeren Track Record haben geringere Drawdowns. So wiesen Fonds mit einem Track Record von über fünf Jahren mit minus 3,07 Prozent in den vergangenen zwölf Monaten die niedrigsten Maximalverluste auf, während die jüngsten Fonds (null bis drei Jahre) im Schnitt auf minus 3,89 Prozent kamen und damit die höchsten Maximalverluste hinnehmen mussten. Fonds mit einem drei- bis fünfjährigen Track Record kamen auf minus 3,42 Prozent. 
In Deutschland bekennen sich institutionelle Investoren zunehmend zum Absolute-Return-Gedanken, was sich am Volumen, das in derartige Strategien fließt, zeigt. Laut der Lipper-Datenbank sind inzwischen rund 80 Milliarden Euro in 337 Absolute-Return-Fonds investiert, nachdem es Ende Juni 2012 noch knapp 68 Milliarden Euro in 399 Fonds waren. Die Anzahl der Fonds ist im Verlauf des vergangenen Jahres allerdings zurückgegangen. Inzwischen zählt die Lipper-Datenbank nur noch 337 Absolute-Return-Fonds. Wie Lupus Alpha feststellt, verdichtet sich der Markt in Deutschland. Für dieses Jahr zeichnet sich ein deutlicher Rückgang von neuen Produkten ab. Bis Ende Juni fanden sich in der Lipper-Datenbank lediglich 14 neue Produkte bei 55 Fondsschließungen. 
portfolio institutionell newsflash 28.08.2013/Kerstin Bendix

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