Immobilien
20. Juni 2022

Ärzte und Zahnärzte warnen vor Finanzinvestoren

Ärzte-Vereinigung kritisiert von Investoren betriebene Versorgungszentren. „Erhebliche Gefahr für Patientenwohl.“  

Ärzte und Zahnärzte sehen von Finanzinvestoren betriebene ambulante Versorgungszentren kritisch. Laut einer noch unveröffentlichten Studie der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) tragen sogenannte „investorengetragene Medizinische Versorgungszentren (iMVZ)“ zu einer Über- und Fehlversorgung bei. Weiterer Kritikpunkt ist, dass ein unangemessener ökonomischer Druck gerade auf junge Ärzte bestehe. Zudem sorgen diese Versorgungszentren zu einer Vernachlässigung des ländlichen Raums und von Patienten mit besonderen Bedürfnissen.

Über diese Studie berichtet die FAZ. „Von iMVZ gehen erhebliche Gefahren für die Qualität, das Patientenwohl und für die Sicherstellung einer flächendeckenden vertragszahnärztlichen, aber auch ärztlichen Versorgung aus“, zitiert die Zeitung den Vorstandsvorsitzenden der KZBV, Wolfgang Eßer.

Laut Eßer seien immer mehr Finanzinvestoren auf dem ambulanten Markt unterwegs. Schon jetzt zähle fast ein Drittel der zahnärztlichen Versorgungszentren zu den IMVZ. Aus Renditeinteressen würden sich diese auf Ballungszentren mit überdurchschnittlichem Einkommen konzentrieren und sich vor allem um ertragreiche Behandlungen kümmern.

Die Betreiber diese Ärztehäuser argumentieren dagegen mit geringeren Kosten für die Patienten und den Vorteilen für die angestellten Ärzte. Diese müssten keine unternehmerische Verantwortung tragen und hätten geregeltere Arbeitszeiten. Gesundheitsimmobilien sind für institutionelle Investoren ein interessantes Segment. Laut Daten von CBRE verzeichnete das Investmenttransaktionsvolumen in Deutschland in 2020 Rekordstände.

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