ÄVWL ist ein Prädikats-Versorgungswerk
Ärzte-Versorgungswerk hat Qualitätsprüfung der ABV erfolgreich bestanden. Zahl der Antragssteller für das ABV-Prädikat ist noch überschaubar.
Die Ärzteversorgung Westfalen-Lippe (ÄVWL) zählt zu den ersten berufsständischen Versorgungswerken in Deutschland, die das neue Prädikat der Arbeitsgemeinschaft berufsständischer Versorgungseinrichtungen e. V. (ABV) tragen dürfen. Die ABV ist die Spitzenorganisation der insgesamt 91 öffentlich-rechtlichen Pflichtversorgungseinrichtungen auf landesrechtlicher Grundlage in Deutschland.
Mit dem Prädikat ausgezeichnet werden Versorgungswerke, die die folgenden Voraussetzungen erfüllen: Implementierung und Anwendung eines den Vorgaben des ABV-Leitfadens oder eines vergleichbaren Leitfadens entsprechenden Risikomanagementsystems, Asset-Liability-Management-Studien (ALM) in angemessenen Abständen, regelmäßige Stresstests gemäß ABV-Leitfaden, jährliche versicherungsmathematische Gutachten, jährliche Prüfungen des Jahresabschlusses sowie interne Compliance- oder Governance-Richtlinien beziehungsweise -Codices oder Werte- und Ehrencodices. Diese Gütekriterien müssen zudem durch einen Wirtschaftsprüfer bestätigt werden.
„Weitere Bestätigung unserer Arbeit“
Die ÄVWL teilt mit, dass diese Standards seit Langem gelebte Praxis sind. „Das ABV-Prädikat ist für uns eine weitere Bestätigung unserer Arbeit. Es macht für unsere Mitglieder und Rentenbeziehenden sichtbar, dass die hohen Standards, an denen wir unser Handeln täglich ausrichten, den objektiv definierten Qualitätskriterien des ABV-Prädikats entsprechen und deren Einhaltung durch einen Wirtschaftsprüfer bestätigt wird“, erklärt Professor Czeschinski, Vorsitzender des Verwaltungsausschusses der Ärzteversorgung Westfalen-Lippe.
BWVA ist erster Prädikats-Träger
Als erstes Versorgungswerk hat die Baden-Württembergische Versorgungsanstalt für Ärzte, Zahnärzte und Tierärzte (BWVA) das neue ABV-Prädikat der Arbeitsgemeinschaft berufsständischer Versorgungseinrichtungen (ABV) erhalten.
Für die BWVA-Präsidentin Dr. Eva Hemberger – zugleich stellvertretende Vorstandsvorsitzende des ABV – entspricht das ABV-Prädikat der gelebten Praxis der BWVA: „Es dokumentiert die Qualität unserer Arbeit und macht sie sichtbar und nachvollziehbar. Zugleich ist es ein wichtiges Signal an unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer, dass ihre Altersversorgung auf einer erfolgreich gesteuerten und gesicherten Grundlage steht.“ Und nicht zuletzt sei das Prädikat auch ein Signal an die Öffentlichkeit, dass das seit 100 Jahren bestehende System der berufsständischen Versorgungswerke zeitgemäß ist und erfolgversprechend in die Zukunft sehen kann.
Ins Leben gerufen wurde das Prädikat vom ABV aufgrund der hohen Anlageverluste beim Versorgungswerk der Zahnärztekammer in Berlin, wo interne und externe Kontrollmechanismen versagten. Beantragen können das Prädikat die 91 Mitgliedswerke seit dem 6. Juli 2026. Nach Auskunft von ABV-Geschäftsführer Stefan Strunk hatten bis zum 12. August sechs Versorgungswerke einen Antrag gestellt. Für Aussagen über die Akzeptanz oder Selektivität des Verfahrens scheint dieser frühe Stand allerdings noch nicht belastbar.
Autoren: Patrick EiseleSchlagworte: Berufsständische Versorgungswerke
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