Versicherungen
30. November 2021

Aktuare für Höchstrechnungszins von 0,25 Prozent auch in 2023

DAV will Planungssicherheit in unsicheren Zeiten schaffen. Plädoyer für neues Garantie-Verständnis.

Zum Jahreswechsel sinkt der Höchstrechnungszins bekanntlich von 0,9 auf 0,25 Prozent. Die Deutsche Aktuarvereinigung, DAV, empfiehlt, es auch für 2023 bei 0,25 Prozent zu belassen. „Nicht zuletzt in Anbetracht der wirtschaftlichen Unsicherheiten durch die Coronapandemie sehen wir derzeit keine Anzeichen für eine spürbare Erholung der Zinsen in naher Zukunft“, begründet der DAV-Vorstandsvorsitzende Dr. Herbert Schneidemann die Empfehlung. Zudem sei es noch zu früh, die langfristige Entwicklung der Inflation und die potenziellen Reaktionen der Europäischen Zentralbank zu prognostizieren. „Mit dieser Empfehlung wollen wir Planungs­sicherheit für die deutsche Altersvorsorge in äußerst unsicheren Zeiten schaffen“, so Schneidemann.

Mit Blick auf die baldige Senkung des Höchstrechnungszinses zum Jahreswechsel appelliert die DAV in einer Mitteilung an die sich gerade findende Bundesregierung, die Garantieanforderungen für staatlich geförderte Vorsorge­produkte schnell neu zu definieren. „Die weiterhin vorgeschriebene 100-Prozent-Beitragsgarantie verengt unnötigerweise die Möglichkeiten, in chancen- und damit renditereichere Anlageformen zu investieren“, führt Schneidemann weiter aus. Sinnvolle Garantien lägen deutlich unterhalb des Beitragserhalts, um die Versichertenbeiträge nicht vollständig zur Absicherung der Garantien einsetzen zu müssen und damit man unter Rendite-Risiko-Gesichtspunkten einen bestmöglichen Ertrag erreiche.

Garantien als Sicherheitsnetz

Zudem spricht sich die DAV für einen grundsätzlich neuen Blick auf den Begriff der Garantien aus. Diese wurden bislang häufig als Mindestrendite verstanden. „Angesichts der anhaltenden Nullzinsphase ist diese Betrachtung aber nicht mehr sachgerecht und zeitgemäß. Vielmehr sind Garantien heutzutage das Sicherheits­netz für den Fall sehr schlechter Kapitalmarktentwicklungen“, erläutert Herbert Schneidemann. Um dem Wunsch der Kundinnen und Kunden nach Sicherheit gerecht zu werden und gleichzeitig Renditechancen nicht zu verbauen, dürfe das Garantieniveau aus aktuarieller Sicht nicht zu hoch sein.

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