Versicherungen
25. Januar 2021

Allianz investiert in Nürnberger Wohn-Portfolio

300 Wohnungen für 135 Millionen Euro. Fertigstellung der Projektentwicklung Ende 2022.

Allianz Real Estate investiert für mehrere Allianz-Versicherungsgesellschaften in ein Nürnberger Wohn-Portfolio. Dabei handelt es sich um 300 Wohnungen, welche der Immobilienmanager im Rahmen einer Off-Market Forward-Purchase vom Projektentwickler Schultheiß Projektentwicklung AG erworben hat. Die Fertigstellung der Projekte ist bis Ende 2022 geplant. Dabei handelt es sich um drei Immobilien, von denen sich zwei in Sündersbühl sowie eines in Röthenbach-West befinden. Die Wohnungen sind laut einer Mitteilung gut angebunden, das Zentrum ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln innerhalb von zehn Minuten zu erreichen. Die Allianz leistet aus ihrer Sicht mit dem Erwerb des Portfolios sowohl einen Beitrag für bezahlbaren Wohnraum als auch für die Bekämpfung des Klimawandels. So werde im ersten Jahr nach der Eigentumsübertragung die Immobilien weiter ausgebaut, um diese auf einen CRREM-Dekarbonisierungspfad zu bringen.

Annette Kröger, CEO Region North & Central Europe bei Allianz Real Estate, kommentierte: „Das Schultheiß-Portfolio ist eine hervorragende Gelegenheit, um im Bereich des bezahlbaren Wohnens Fuß zu fassen, wo wir Vergrößerungspotenzial sehen. Gleichzeitig haben wir als einer der weltweit größten Immobilieninvestoren die Verantwortung, unser Portfolio durch Assets zu erweitern, die einen positiven Einfluss auf die Umwelt haben. Deshalb werden wir weiter in diese Objekte investieren, damit die zukünftigen Mieter in branchenführenden Wohnungen untergebracht werden.“

Nicole Pötsch, Head of Acquisitions & Sales für North & Central Europe bei Allianz Real Estate, kommentierte: “Wir haben eine starke Erfolgsbilanz bei der erfolgreichen Diversifizierung in neue Sektoren, Regionen und über verschiedene Investmentstile, und diese erste Investition in bezahlbaren Wohnraum in Deutschland ist ein weiterer Beweis dafür. Bezahlbarer Wohnraum als Teilbereich des Wohnungssektors eignet sich aufgrund der stabilen Einkommenskomponente gut für den langfristigen Investitionsansatz des Unternehmens.“

Fragwürdiges Vorgehen des Projektentwicklers in anderem Kontext

Was sich nach einem tollen ESG-Investment anhört, wird durch Ereignisse aus dem Jahr 2017 getrübt, welche nordbayern.de zu entnehmen sind. So hatte der Projektentwickler, die Schultheiß Projektentwicklung AG, im Rahmen der Verfolgung von Plänen für ein anderes Bauprojekt im Nürnberger Norden zu fragwürdigen Mitteln gegriffen. So habe der Projektentwickler zunächst – unter Teilnahme des ehemaligen CSU-Innenminister Günther Beckstein – versucht, Grundstückseigentümer zum Verkauf zu bewegen. Als die Gespräche erfolglos verliefen, schrieb der Projektentwickler einen Brief an die Eigentümer, um diesen das Scheitern mitzuteilen. Darin findet sich etwa diese unverhohlene Drohung: „Wie die Stadt Nürnberg sich . . . weiter verhalten wird, wissen wir nicht. Für Sie hoffen wir nicht, dass es zu Enteignungen kommt.“ Hintergrund scheint zu sein, dass Schultheiß auf der Suche nach Bauland für eine neue Universität war. Oberbürgermeister Ulrich Maly sah sichgezwungen, sich sowohl an die Eigentümer als auch die Schultheiß Projektentwicklung AG zu wenden, um klarzustellen, dass man nichts mit den Praktiken des Projektentwicklers gemein habe und letztere aufzufordern, das „inakzeptable Geschäftsgebaren“ zu unterlassen. Zusätzliche Brisanz erhielt der Fall, dass neben Beckstein auch Karl-Dieter Grüske, der ehemalige Präsident der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, im Aufsichtsrat der Schultheiß Projektentwicklung AG sitzt.

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