Investoren
17. Mai 2021

Alternatives und die Manager-Selektion in Pandemie-Zeiten

Investoren diskutieren auf AIC virtuelle Managerauswahl. ESG als Auswahlkriterium.

Wie haben deutsche Anleger ihre Kapitalanlage beziehungsweise ihre Alternativen Anlagen durch die Covid-19-Pandemie gebracht? Wie haben Sie den Kontakt zu Asset Managern gepflegt und wie haben sie – meist auf virtuelle Kontakte beschränkt – Manager selektiert? Auf diese Fragen fanden die Kapitalanlage-Expertinnen Maria Leitzbach von der Soka-Bau, Dajana Brodmann von Eon SE und Sabine Mahnert von der Evangelischen Zusatzversorgungskasse (EZVK) spannende und divergierende Antworten auf dem Investorenpanel der virtuellen Alternative Investor Conference (AIC) Ende April.

Videotelefonie und virtuelle Rundgänge

„Die On-Site Due Dilligence gehört bei uns dazu, in der Regel machen wir das auch selbst“, berichtete Maria Leitzbach, Head of Portfolio Management bei der Soka-Bau. Doch die Beschränkungen der Pandemie hätten dazu geführt, dass man schließlich alle virtuellen Möglichkeiten, von der Videotelefonie bis zu virtuellen Rundgängen, genutzt und auch Partner mit an Bord genommen habe, „die wir vorher noch nicht persönlich kannten, einfach um nicht ausgestoppt zu sein aus dem Markt“.

Sabine Mahnert, Abteilungsleiterin Kapitalanlagen bei der EZVK, hingegen erklärte, man verlasse sich bei Private Equity und Infrastruktur auf die Selektionsfähigkeit der Berater. „Die GPs müssen wir nicht persönlich treffen.“ Allerdings differenzierte Mahnert, dass es aktuell schwierig sei, einen Selektionsprozess für einen Berater durchzuführen. „Man kann sich nicht persönlich treffen und ohne den persönlichen Kontakt würden wir kein Mandat abschließen.

Dajana Brodmann, Pension Investment Manager bei Eon SE und dort ­zuständig für Private Equity und Infrastruktur, sagte, man habe bei einem sehr reifen Portfolio 2020 schnelle Fundraisings mitgemacht: „Sechs Wochen bis zur Zeichnung sind kein Problem, wenn wir mit Managern zusammenarbeiten, die wir schon getroffen haben“, so Brodmann. Auch ESG spielt im Manager-Selektionsprozess eine immer größere Rolle. In Sachen ESG habe man einen guten Fahrplan bei Eon SE und orientiere sich an drei der 17 SDGs. Europäische Private-Equity-Manager seien bei ESG führend, US-Manager zum Teil etwas hinterher, so Brodmann.

Mahnert betonte, der Leitfaden der EKD werde gelebt, Manager müssten ihn verinnerlichen und Leitzbach ergänzte, man arbeite bei der Manager-Selektion mit einer Onboarding-Note, die der Manager nicht unterschreiten darf. Von der Long- auf die Short-List habe es schon Kandidaten gegeben, die an ESG gescheitert seien, obwohl der Track Record gut war.

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