Asset Manager
18. September 2017

Anbieter und Investoren im dynamischen Private-Debt-Markt

Linde setzt auf Alternative Credit. Private-Debt-Manager Capzanine eröffnet Niederlassung in München.

Institutionelle Investoren ergründen immer häufiger die weite Welt der Private Assets aus mittelständischen Unternehmensfinanzierungen. Anbieter stellen sich auf die wachsende Nachfrage ein. Im Lager der Corporates beispielsweise wagt sich die frisch mit dem US-Gaskonzern Praxair fusionierte Linde Group in den Bereich „Alternative Credit“ vor. Genauer gesagt sind es die Pensionseinrichtungen in Deutschland und Großbritannien. Wie Christoph Schlegel, Head of Pension Investments bei Linde, in einem Gastbeitrag im Fachmagazin Investment & Pensions Europe (IPE) erläuterte, investieren beide Pensionspläne „substanziell“ im Bereich alternative Credit. Und es gebe Pläne, die Allokationen auszubauen.
Wirft man die bereits getätigten Darlehen in einen Topf, ergibt sich auf Unternehmensebene eine Darlehens-Quote (Loans) in Höhe von 14 Prozent. Insgesamt beziffert Schlegel die Gesamtallokation in „Global Credit“ auf 27 Prozent der Assets. Loans sind nach Einschätzung von Investment Managern insbesondere für Pensionseinrichtungen gut geeignet, da diese aufgrund ihrer langfristigen Anlagehorizonte auf Liquidität verzichten können. Und während Darlehen in den Pensionsplänen von Linde an Bedeutung gewinnen, dreht der Gasehersteller anderen Anlageklassen den Hahn zu.
Ein Beispiel auf der Anbieterseite wiederum ist der französische Private-Debt-Manager Capzanine. Unter der Leitung von Bertram Schütz plant Capzanine, die Dynamik im europäischen Private-Debt-Markt zu nutzen und die Wachstumsstrategie des Unternehmens fortzuschreiben. Mit der lokalen Präsenz unterstreicht Capzanine sein Engagement, das Private-Debt-Geschäft in Europa weiterzuentwickeln und seine Finanzierungskompetenz in verschiedenen Ländern an eigenen Standorten einzubringen. 2015 eröffnete Capzanine bereits ein Büro in Spanien.
„Deutschland ist ein sich dynamisch entwickelnder Beteiligungsmarkt mit großem Wachstumspotenzial. Capzanine hat sich daher entschlossen, ab dem 1. September mit einer Niederlassung in München Kunden direkt vor Ort zu betreuen. Wir freuen uns, mit Bertram Schütz einen überaus erfahrenen Experten im Bereich Mittelstandsfinanzierung gewonnen zu haben, der die Expertise und den Erfolg von Capzanine in Frankreich nach Finanzierung suchenden deutschen Mittelständlern zugängig machen wird“, sagt Laurent Benard, Directeur Général von Capzanine.
Laut der Pressemitteilung hat Bertram Schütz den Fokus während seiner gesamten Karriere auf die Finanzierung europäischer Mittelständler gelegt und dabei insbesondere auf Deutschland und Frankreich. Im Rahmen seiner beruflichen Laufbahn war Schütz 20 Jahre für die HVB/Unicredit-Gruppe tätig. Unter anderem arbeitete er ab 1995 als Kreditanalyst in der Filiale Paris.
1998 wechselte an den Hauptsitz nach München, wo er als Managing Director den Bereich Portfolio Management für Akquisitionsfinanzierungen aufbaute und leitete. 2007 umfasste dieser Bereich ein globales Portfolio von LBO-Finanzierungen von zehn Milliarden Euro mit über 180 Transaktionen. 2007 wechselte er als Managing Director für Deutschland, Österreich und die Schweiz sowie Portfolio Manager zur Avenue Capital Group. Dort etablierte er die Direct-Lending-Strategie in Deutschland und finanzierte deutsche Mittelständler im Volumen von 350 Millionen Euro. 
portfolio institutionell 18.09.2017/Tobias Bürger
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