Traditionelle Anlagen
26. August 2020

Anleihequoten sinken signifikant

Mercer: Rückgang um 17 Prozentpunkte. Klimawandel rückt ins Bewusstsein.

Die jüngste Auflage des Mercer European Asset Allocation Survey offenbart, dass die Zins-Leidensfähigkeit mehr und mehr ausgereizt ist. Wie Mercer konstatiert, zeigt sich bei den deutschen regulierten Investoren weiterhin deutlich der Einfluss des bestehenden Niedrigzinsumfeldes. Die Allokation in traditionelle Anleihen ist von 45 auf 28 Prozent signifikant gesunken, zu Gunsten einer verstärkten Allokation in Immobilien und Alternatives. Insbesondere bei Immobilien war ein Anstieg um acht Prozent auf insgesamt 22 Prozent zu beobachten. Dabei bleibt der Anteil an Aktien nahezu konstant zum Vorjahr.

Bei deutschen unregulierten Investoren, also CTAs (Contractual Trust Arrangements), zeigt sich laut dem Mercer Survey wenig Veränderung im Vergleich zu 2019, denn die Portfolien sind bereits sehr hoch diversifiziert. 35 Prozent der Asset Allokation entfällt auf Aktien, 33 Prozent auf Anleihen und 26 Prozent auf Alternatives. Damit hat sich die Asset Allokation im Vergleich zu 2019 kaum verändert.

„Insgesamt hält der Trend an, bei der Asset-Allokation verstärkt auf Alternatives wie Private Equity, Growth Fixed Income, Immobilien und Infrastrukturanlagen zu setzen“, erklärt Jeffrey Dissmann, Leiter Investment Consulting bei Mercer Deutschland.

Die Mercer-Studie zeigt zudem für das Jahr 2020, dass Anleger in Europa und Großbritannien weiterhin eine Diversifizierung weg vom Aktienengagement verfolgen, wobei der durchschnittliche Aktienanteil in diesem Jahr auf 22 Prozent sinkt (im Vergleich zu 25 Prozent im Jahr 2019). Stattdessen versuchen die Anleger, ihre Portfolios zu diversifizieren und sich gegen die Marktvolatilität zu schützen.

Klimawandel mehr und mehr im Fokus

Viel Bewegung ist auch bezüglich Nachhaltigkeit zu erkennen. So steigt bei institutionellen Investoren das Bewusstsein für Maßnahmen gegen Investitionsrisiken im Zusammenhang mit dem Klimawandel. 54 Prozent der befragten Investoren berücksichtigen aktiv die Auswirkungen solcher Risiken bei der Allokation ihrer Kapitalanlagen, im Vergleich zu nur 14 Prozent im Jahr 2019. Mercer geht davon aus, dass sich dieser Trend fortsetzen wird. Denn in den kommenden Jahren werden immer mehr institutionelle Investoren die potenziellen Auswirkungen des Klimawandels auf ihre Anlagestrategien berücksichtigen. Die Studie von Mercer ergab zudem, dass die Mehrheit (89 Prozent) der institutionellen Anleger umfassendere Umwelt-, Sozial- und Governance-Risiken (ESG-Risiken) als Teil der Kapitalanlagestrategie berücksichtigt, gegenüber 55 Prozent im Jahr 2019. Für 85 Prozent der Investoren ist dies insbesondere eine Konsequenz aus der gestiegenen Regulierung im Zusammenhang mit ESG-Risiken.

Im Rahmen der Mercer European Asset Allocation Survey 2020 wurden 927 institutionelle Anleger in 12 Ländern befragt, was einem Gesamtvermögen von rund 1,1 Billionen Euro entspricht. Die Studie wurde in diesem Jahr zum 18. Mal durchgeführt und bietet einen umfassenden Überblick über die Anlagestrategien institutioneller Investoren. Die Daten für die Mercer European Asset Allocation Survey 2020 wurden erhoben, bevor sich die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Kapitalmärkte in vollem Umfang bemerkbar gemacht haben. Die Autoren gehen jedoch davon aus, dass die Ergebnisse der Studie aufgrund der Rebalancing-Maßnahmen und der erwarteten Markterholung nicht wesentlich beeinträchtigt werden.

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