Recht, Steuer & IT
13. Juli 2022

Assekurata erwartet ZZR-Rückflüsse

Zinsentwicklung und Vertragsbestände könnten erstmals für Rückflüsse sorgen. Langfristig rentablere Anlage möglich.  

Die Zinslage hat sich bekanntlich signifikant verändert – und dies hat auch Auswirkungen auf die Zinszusatzreserve, ZZR. Dieser mussten die Lebensversicherungen seit 2011 Mittel zuführen. Nun könnten erstmalig Rückflüsse anstehen. Dies prognostiziert Assekurata.

„Obwohl der Referenzzins sein niedriges Niveau weiter hält, prognostizieren wir in unseren aktuellen Modellrechnungen, dass es 2022 erstmalig sogar zu Rückflüssen aus dem ZZR-Bestand kommen wird. Der Grund hierfür liegt in der Entwicklung der relevanten Vertragsbestände, deren Garantieverzinsung über dem Referenzzins liegt“, schreibt David Dyschelmann.

Zur Begründung verweist der Analyst der Assekurata Rating-Agentur auf zwei gegenläufige Effekte. Zwar würde sich durch den weiterhin niedrigen Referenzzins in Verbindung mit der jährlich weiterschreitenden 15-Jahres-Betrachtung der Einzelverträge auf der einen Seite ein neuer Zuführungsbedarf ergeben. Andererseits laufe der Bestand an hochverzinsten Altverträgen sukzessive aus. „In unserer Branchen-Modellierung überwiegt letztgenannter Effekt, so dass die Rückflüsse die Zuführungen etwas überkompensieren. Zusätzlich ist zu beachten, dass die 15-Jahres-Betrachtung nur dann neue Zuführungen zur Folge hat, wenn der Vertrag eine längere Restlaufzeit als 15 Jahre aufweist. Hier greift bei den älteren Policen also das gleiche Prozedere wie beim Bestandsrückgang“, so Dyschelmann.

Zusammengefasst rechnet Assekurata somit im Status Quo für 2022 statt mit einem Zuführungsbedarf im hohen, eher mit Rückflüssen im niedrigen einstelligen Milliardenbereich. Langfristig sind die Versicherer nach Einschätzung von Assekurata in der Lage, die frei werdenden Gelder in rentablere Papiere zu investieren, aufgelöste ZZR-Mittel in die Rückstellung für Beitragsrückerstattung einzustellen und auf lange Sicht höhere Überschuss- und Gewinnbeteiligungen zu ermöglichen.

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