Asset Manager
13. September 2021

Asset Manager stellen mehr Frauen ein

KPMG-Studie: Wenig Bewerberinnen, 58 Prozent der Beförderten weiblich. ‚Pink Ghettos‘ nehmen allmählich ab.

Frauen sind im Asset Management in Deutschland nach wie vor unterrepräsentiert – zu diesem Thema hat die Unternehmensberatungsgesellschaft KPMG in Zusammenarbeit mit den Fondsfrauen und der Universität Mannheim insgesamt elf Unternehmen aus der Asset Management-Branche befragt. Die Ergebnisse zeigen, dass Frauen nach wie vor oft zögern, sich im Asset Management zu bewerben, nur rund jede vierte Bewerbung in der Branche kommt von einer Frau. Mit 26 Prozent lag der Anteil weiblicher Bewerberinnen auch im Geschäftsjahr 2020 weit hinter dem der männlichen Bewerber. Der Anteil der Berufsanfängerinnen fällt aber mit 42 Prozent deutlich höher aus.

Das Thema Beförderung zeigt auch, wie Unternehmen dazu übergehen, Frauen gezielt zu fördern. Mehr als die Hälfte (58 Prozent) der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die 2020 auf eine höhere Position befördert wurden, waren weiblich. Die Unternehmen bemühen sich also, ihre Branche für Frauen attraktiver zu machen. Gleichzeitig sind weibliche Beschäftigte in vielen Fällen weniger gut vernetzt und damit im Rennen um eine Beförderung weniger sichtbar als ihre männlichen Kollegen.

Niedrigster Frauenanteil im Portfolio Management

Der Frauenanteil im Unternehmen richtet sich oft nach bestimmten Tätigkeitsfeldern. So arbeitet der Großteil der Frauen mit 81 beziehungsweise 57 Prozent nach wie vor in den „Pink Ghettos“ Personal und Marketing. Im IT-Bereich sind 22 Prozent Frauen vertreten, im Portfolio Management nur 21 Prozent und damit sind hier am wenigsten Frauen vertreten. Aber: Die „Pink Ghettos“ waren 2020 weniger deutlich ausgeprägt als noch fünf Jahre zuvor. In den Bereichen mit den niedrigsten Frauenanteil nimmt die Anzahl der weiblichen Beschäftigten langsam zu. 2015 lag der Anteil der Frauen im Portfolio Management noch bei 19 Prozent, so die Studie.

36 Prozent haben Frauenquote(n)

Während der Frauenanteil in den befragten Unternehmen insgesamt bei rund 38 Prozent liegt, machen sie in der Geschäftsführung nur 13 Prozent der Belegschaft aus. Zwei Zahlen fallen jedoch aus der Reihe: Im Executive Committee hat sich der Frauenanteil von acht Prozent im Jahr 2015 auf 17 Prozent verdoppelt. In Aufsichts- und Verwaltungsräten liegt er bei 27 Prozent. KPMG vermutet hier die Wirkung gesetzlicher Quoten als Hintergrund.

Nur neun Prozent der befragten Firmen unterlagen einer gesetzlichen Frauenquote, 27 Prozent gaben an, sich selbst eine freiwillige Quote auferlegt zu haben. Zudem sind feste Zielgrößen für Vorstand und Geschäftsführung bei 36 Prozent der Befragten implementiert. „Es lässt sich also sagen: ‚Weiche‘  Maßnahmen, wie sie viele Unternehmen inzwischen ergriffen haben – etwa die Gründung von Frauennetzwerken oder die Einsetzung von Frauenbeauftragten – zeigen also, anders als harte Quotenregelungen, bisher wenig Wirkung. Hier ist noch Luft nach oben“, sagt Maren Schmitz, Partnerin bei KPMG. Sie leitet das Asset Management Beratungsgeschäft in Deutschland.

Autoren:

Schlagworte: | |

In Verbindung stehende Artikel:

Schreiben Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.