29. Juni 2015

Asset Manager zweifeln am eigenen Reporting

Der Softwareanbieter Simcorp hat Asset Manager gefragt, ob sie von der Richtigkeit des eigenen Reportings zur Investment Performance überzeugt sind. Die Antwort ist ernüchternd.

Institutionelle Investoren drückt der Schuh. Sie beschäftigt in Zeiten rekordtiefer Zinsen die zentrale Frage, wie künftig die notwendigen Renditen erwirtschaftet werden sollen. Wie aus Studien in den vergangenen Monaten mehrfach hervor ging, zwingt die größer werdende Differenz zwischen den „risikofreien“ Anlagen und der zu erwirtschaftenden Rendite viele Investoren förmlich dazu, vermehrt in riskantere Anlagen zu investieren. Beispielsweise wird innerhalb der festverzinslichen Anlagen vermehrt in geringere Schuldnerqualitäten und riskantere Länder und Branchen investiert, um einen Mehrertrag zu erzielen. 
Ob die später ausgewiesene Rendite im Detail aber völlig korrekt ist, steht dabei auf einem ganz anderen Blatt. Denn der Finanzsoftwareanbieter Simcorp hat jüngst die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage veröffentlicht, die die Richtigkeit der Rendite hinterfragt. Demnach sind 53 Prozent der insgesamt 88 von Simcorp befragten Vermögensverwalter nicht davon überzeugt, dass die veröffentlichten Zahlen zur Anlageperformance völlig korrekt sind. Die Befragung fand im Rahmen einer Schulung über das Internet statt. Zusammen repräsentieren die Umfrageteilnehmer ein Vermögen von 22,5 Billionen US-Dollar. 
Mangelndes Vertrauen 
Simcorp führt diesen Mangel an Vertrauen in das eigene Reporting auf mehrere Faktoren zurück, die durch die Umfrage offengelegt wurden. Beispielsweise bestätigten 80 Prozent der Befragten, dass die Portfoliomanager keine Performance-Kennzahlen auf Basis von Intraday-Berechnungen erhalten. Außerdem seien nur 59 Prozent in der Lage, die Trades, Kurse, Wechselkurse und Klassifizierungen zu sehen, die den Performance-Zahlen des einzelnen Portfolios zugrundeliegen. 
Vor diesem Hintergrund warnt Simcorp, sicher nicht ganz uneigennützig: Ohne verlässliche und aktuelle Informationen sind Vermögensverwalter nicht in der Lage, korrekte Performance-Daten an Investoren und Regulierungsbehörden zu melden. Überspitzt lässt sich damit sagen, dass Investmententscheidungen auf Basis eines unzureichenden Informationsstandes getroffen werden. Unternehmen würden deshalb im Wettbewerb benachteiligt. 
Marc Mallett, Vize Präsident bei Simcorp in Nordamerika, zieht aus der Umfrage folgende Schlussfolgerung: „Der Anlageprozess sollte als Gelegenheit betrachtet werden, als ein Unterscheidungsmerkmal Ihres Unternehmens, für Ihre Kunden Wert zu generieren. Falls die Performance-Daten allerdings nicht auf dem neuesten Stand sind, lässt sich nicht präzise sagen, welche die aktuellen Performance-Treiber sind.“ Diese Situation wirke sich negativ auf das Vertrauen der Investoren aus. Mallett kommt zu dem Fazit, dass eine Kluft zwischen den Werkzeugen besteht, die Asset Manager heute nutzen, und denen, die sie brauchen, um qualitativ hochwertige Anlageentscheidungen zu treffen. 
portfolio institutionell newsflash 29.06.2015/Tobias Bürger
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