Versicherungen
23. September 2016

Auch die Arag trennt sich vom Lebensversicherungsgeschäft

Käufer der Aktivitäten ist die Frankfurter Leben. Die ambitionierte Run-off-Plattform erwirbt 92 Prozent an der Arag Lebensversicherungs-AG und übernimmt damit den Lebensversicherungsbestand der Arag.

Die Frankfurter Leben, eine Tochtergesellschaft der chinesischen Beteiligungsgesellschaft Fosun International, ist zum zweiten Mal mit einer Transaktion am deutschen Markt für Lebensversicherungsunternehmen aufgetaucht. Sie erwirbt 92 Prozent an der Arag Lebensversicherungs-AG und übernimmt damit den Lebensversicherungsbestand der Arag. Zuletzt machte die ambitionierte „Run-off-Plattform“ im September 2015 Schlagzeilen. Damals sicherte sich die auf die Übernahme von Lebensversicherungsbestände anderer Versicherer spezialisierte Gesellschaft den Versicherungsbestand der deutschen Niederlassungen der Basler Leben. 
Nun also der zweite Streich und der nächste „Schritt zum Aufbau der führenden Konsolidierungsplattform zur Verwaltung von Lebensversicherungspolicen“, wie die Frankfurter Leben vollmundig schreibt. Im Zuge der jüngsten Transaktion übernimmt sie weitere 322.000 Versicherungsverträge mit 2,8 Milliarden Euro Kapitalanlagen und Beiträgen in Höhe von 220 Millionen Euro. Die Verwaltung mehrerer Bestände in einer spezialisierten Plattform ermögliche die Realisierung deutlicher Synergiepotentiale, betont die Frankfurter Leben.
Wie der Assekuranz-Konsolidierer vorrechnet, ergeben sich bereits mit dem zweiten Kauf Synergieeffekte bei der Verwaltung der Lebensversicherungsbestände auf der Plattform. Kernpunkte in der Strategie seien die Prozessoptimierung und eine skalierbare IT-Infrastruktur. Nach Einschätzung der Frankfurter-Leben-Gruppe überlegen auch andere Versicherer vor dem Hintergrund des Niedrigzinsumfelds und eines erhöhten Kapitalbedarfs, ihren Lebensversicherungsbestand zu verkaufen und sich auf andere Geschäftsbereiche zu fokussieren. Das Run-off-Geschäft im Lebensversicherungsbereich sei vor diesem Hintergrund ein attraktives und zukunftsweisendes Metier.
Der Arag-Konzern wiederum verabschiedet sich vom Konzept des Allspartenversicherers und will laut Medienberichten künftig Lebensversicherungspolicen der Alten Leipziger vermitteln. Das Unternehmen will sich umso mehr auf seine Geschäftsschwerpunkte im Sach- und Krankenversicherungsbereich konzentrieren, heißt es. Dabei stehe insbesondere der weitere Ausbau des internationalen Geschäftes im Fokus. Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die Aufsichtsbehörden. 
portfolio institutionell newsflash 23.09.2016/Tobias Bürger
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