Versicherungen
26. März 2012

Ausbruch aus der Garantie-Gefangenschaft

Der Leidensdruck für Versicherer steigt. Wie Versicherer Auswege aus dem Anlagenotstand suchen.

Als Getriebene ihrer Garantien und des Aufsichtsrechts wandelt die Assekuranz auf der nun Jahrzehnte währenden Einbahnstraße sinkender Zinsen auf der Suche nach auskömmlichen Renditen die Fixed-Income-Welt fürbass. Von den heimatlichen Gefilden der Bundesanleihen und Pfandbriefe dringt die Branche dabei immer weiter in die Welt der Covered Bonds, Schwellenländeranleihen und Credits vor. Ein Fixed-Income-Universum, in dem der Preis für Credit Default Swaps auf fünfjährige Bunds über der Rendite des Underlyings liegt, erfordert schließlich neue Anlagelösungen. Zu dieser Erkenntnis führte der Besuch des Kölschen Versicherungsfachtag und weitere Gespräche mit Versicherungen. 
Auf der Renditesuche immer zu beachten: Solvency II. Viel Eigenkapital ist insbesondere bei Schuldnern außerhalb der EU, bei Währungsrisiken und einer Bonität unter A zu hinterlegen. Darauf weist Dr. Paul Verhoeven von der Huk-Coburg hin: „Die Rentabilität solcher Investments sind eingeschränkt. Aufgrund der Eigenkapitalhinterlegung kommen für den Großteil der Investments von Versicherungen hauptsächlich europäische Staatsanleihen, Covered Bonds und Corporate Bonds jeweils in Euro in Betracht.“ Da bei Staatsanleihen bekanntlich Bonitäts- und Währungsrisiken bestehen, werden Versicherer immer häufiger bei Credits fündig, um die Lücke zwischen Verbindlichkeiten und Bundesanleihen zu überbrücken. Die Vorteile von Corporate-Risiken liegen nicht nur in den im Vergleich zu den (noch) als sicher eingestuften Staatsanleihen (noch) auskömmlichen Renditen. Dr. Immo Querner von der Talanx nennt auch die im Vergleich zu Infrastruktur mögliche „Klumpenvermeidbarkeit“, auf die – nun insbesondere im Vergleich mit Private Equity und den in dieser Anlageklasse üblichen Capital Calls – bessere Kontrolle der Fristenkongruenz hinsichtlich Endfälligkeit und des laufenden Zuflusses, größere aufsichtsrechtliche Freiheiten, bessere Hedge-Möglichkeiten und ein auch nach IFRS relativ „gutmütiges Bilanzierungsverhalten“.
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