Versicherungen
25. August 2021

Außerordentliches Jahr für Lebensversicherungen

Finanzierung der ZZR und Wertpapierverkäufe führen zu außerordentlichen Erträgen. Geringeres Kapitalanlageergebnis.

Das Jahr 2020 war für Versicherungen ein außerordentliches Jahr – auch deshalb, weil in der Kapitalanlage wieder viele außerordentliche Erträge zur Finanzierung der Zinszusatzreserve realisiert werden mussten. Ein weiterer Verkaufsgrund war jedoch in Q1 2020 auch die Absicht, Verluste zu begrenzen. Darum stiegen trotz sehr volatiler Märkte die Erträge aus Kapitalanlagen an.

Wie das Medium Procontra in einem LV-Check 2021 ermittelt hat, stiegen im Bilanzjahr 2020 die Erträge aus Kapitalanlagen um 2,1 Prozent auf über 38 Milliarden Euro. In diese Untersuchung wurden 65 Lebensversicherer einbezogen. Dennoch ging das Kapitalanlageergebnis um rund fünf Prozent zurück. Verantwortlich dafür seien die deutlich gestiegenen Aufwendungen gewesen. Diese fielen 2020 mit 4,7 Milliarden Euro mehr als doppelt so hoch aus wie in 2019. Auslöser waren die Marktverwerfungen durch die Coronapandemie beziehungsweise die zur Verlustbegrenzung im ersten Quartal vorgenommenen Wertpapier-Verkäufe.

Die größte Steigerung des Kapitalanlageergebnis wies laut der Untersuchung die Huk-Coburg auf, bei der dieser Wert um 33 Prozent auf 290 Millionen Euro stieg. Knapp 41 Prozent dieses Betrags entfiel auf die Realisierung von Bewertungsreserven. Diese Realisierungen wurden fast komplett für die ZZR vorgenommen. Die zweitstärkste Steigerung des Kapitalanlageergebnis entfiel auf die Concordia Oeko. Der dritte Platz ging an die Condor Versicherungen.

Im November teilte der GDV mit, dass die Lebensversicherer Ende 2020 eine Zinszusatzreserve von rund 87 Milliarden Euro aufgebaut haben. Das seien rund elf Milliarden Euro mehr als 2019.

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