Investoren

Das Siegel und seine blinden Flecken

Idee des ABV-Prädikats ist es, Vertrauen in die Professionalität und das Risikomanagement berufsständischer Versorgungswerke zu schaffen. Risikoberichte, Stresstests und testierte Abschlüsse verhindern aber keine Fehlentscheidungen. Entscheidend sind die Menschen in den Anlagegremien – ihre Kompetenz, ihre Autarkie und die Regeln, nach denen sie über Milliarden entscheiden.

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Anbieter

Wie Private Equity, Private Credit und US-Lebensversicherer ein neues Schattenbankensystem formen

Nach der Finanzkrise wanderten Kreditrisiken aus Bankbilanzen in Private Markets. US-Lebensversicherer in Private-Equity-Hand sind heute ein zentraler Kanal dieses Wandels: Sie kaufen private, illiquide und oft strukturierte Kredite, nutzen Ratings mit regulatorischer Kapitalwirkung und verlagern Risiken. Das ist nicht automatisch eine neue Lehman-Krise – aber es ist eine neue Risslinie des Kapitalmarkts. Auf diesem formen Private Equity, Private Credit und US-Lebensversicherer ein neues Schattenbankensystem.

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Versorgungswerke

Governance-Test, Part Two: Fleesensee – wie zwei Geschäftsführer dem Druck standhielten

Der Governance-Test lässt sich beim Berliner Zahnärzte-Versorgungswerk an vielen Stellen machen. Fleesensee erzählt ihn jedoch besonders konkret: als Geschichte eines realen Vermögenswerts – und zweier Geschäftsführer, Mario Reincke und Michael Scharf, die einen umstrittenen GMH-Vertrag nicht einfach vollzogen, sondern nachfragten, prüfen ließen und die Unterzeichnung verweigerten.

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Versorgungswerke

Governance-Test, Part One: Grand Metropolitan und das VZB – warum der Fall mehr ist als ein Investmentverlust

Der erste Teil ordnet den VZB-Komplex auf der Ebene von Grand Metropolitan Hotels (GMH) ein: Es geht um eine Beteiligung an einer Hotelholding, deren Kapitalbasis, Bewertungslogik und Governance-Struktur zentrale Warnsignale für institutionelle Anleger sichtbar machen. Bei GMH handelt es sich um einen mit der 12.18.-Gruppe vergleichbaren Problemfall: Beide zählen zu den wichtigen VZB-Immobilien- und Hotelbeteiligungen, die erhebliche Governance-Fragen aufwerfen; bei GMH kommt jedoch eine besondere Ebene hinzu – die behauptete Software-Substanz als Kapitalbasis. Eine Entscheidung des Gerechtshofs Amsterdam vom 16. Juli 2026 hat diese Fragen inzwischen in ein förmliches Untersuchungsverfahren überführt und die bisherigen Leitungs- und Aufsichtsorgane vorläufig suspendiert.

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Titel-Stories

Gesetzliche Kapitalrente und bAV im Wettbewerb

Die Alterssicherungskommission verspricht einen doppelten Aufbruch in die Kapitaldeckung. Ein zusätzlicher, paritätisch finanzierter Beitragssatz von zwei Prozent soll idealerweise ab 2028 schrittweise in individuelle Konten innerhalb der gesetzlichen Rentenversicherung fließen. Gleichzeitig soll die betriebliche Altersversorgung annähernd flächendeckend werden. Was nach Ergänzung klingt, ist in der Praxis ein Wettbewerb um dieselbe Verteilmasse – und um die Kontrolle über gewaltige Kapitalströme.

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Immobilien

Verius: Wenn formale Erwerbbarkeit ökonomische Risiken verdeckt

Krankenkassen und Kassenärztliche Vereinigungen erleiden hohe Verluste mit Verius-Produkten. Der Fall zeigt, wie weit die formale Prüfung einer Schuldverschreibung und die ökonomischen Risiken der dahinterliegenden Immobilienfinanzierungen auseinanderfallen können. Hauck-&-Aufhäuser-Gesellschaften nahmen dabei mehrere Schlüsselfunktionen ein.

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Asset Management

Private Debt: Zwischen Rückgabedruck und Kreditrealität

Nicht erfüllte Rückgabewünsche waren ein kalter Schauer auf die Begeisterung der Investoren für Private Debt. Anlegern sollte jedoch bewusst sein, dass es sich immer wieder als problematisch erweist, wenn illiquide Assets in angeblich fungible Vehikel verpackt werden – und dass fehlende Liquidität noch lange keinen Default bedeutet. Sinnvoll ist nun, sich mit den Hintergründen des Marktes zu befassen. Mögliche Schlussfolgerung könnte dann sein, dass ein Kreditproblem nicht gegeben ist.

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