Stiftungen
26. Januar 2026

Baden-Württemberg-Stiftung verbessert Governance

Im Aufsichtsrat sitzen künftig externe Fachleute und (etwas) weniger Politiker. MP Winfried Kretschmann verweist auf Empfehlungen der Evaluationskommission.

Der Ausschuss für Finanzen des Landtags von Baden-Württemberg hat in seiner Sitzung am 22. Januar 2026 zugestimmt, den Gesellschaftsvertrag der Baden-Württemberg-Stiftung zu ändern und den Aufsichtsrat ab der nächsten Legislaturperiode neu zusammenzusetzen. Zuvor hatte der Ministerrat die Änderungen auf den Weg gebracht.

Künftig 15 statt 18 Mitglieder       

Wie die Stiftung mitteilt, wird der Aufsichtsrat der Baden-Württemberg-Stiftung verkleinert und soll künftig aus 15 Mitgliedern bestehen. Bisher sind es 18 Mitglieder. Der Ministerpräsident bleibt Mitglied des Aufsichtsrats. Vier Ministerinnen oder Minister sollen die Landesregierung vertreten. Weitere fünf Mitglieder werden aus der Mitte des Landtags vorgeschlagen. Zudem sollen fünf Mitglieder durch fachlich ausgewiesene Persönlichkeiten hinzu kommen, die von der Landesregierung im Einvernehmen mit dem Landtag und in Abstimmung mit der Baden-Württemberg-Stiftung bestimmt werden.

„Den Aufsichtsrat der BW Stiftung zu verkleinern und neu zu gestalten, war eine der zentralen Empfehlungen der Evaluationskommission unter dem Vorsitz von Annette Schavan. Ich freue mich, dass der Weg dafür nun geebnet ist. Damit haben wir insgesamt die Anregungen der Kommission in weiten Teilen umgesetzt“, sagt der Aufsichtsratsvorsitzende, Ministerpräsident Winfried Kretschmann. „Wir schärfen so das Profil der Stiftung, geben ihr mehr Freiraum und stellen sie zukunftsfähig auf.“

Mit dem nun beschlossenen Modell greife der Ministerrat eine Empfehlung der Evaluationskommission aus dem Jahr 2024 auf. Die Empfehlung lautet, einen signifikanten Teil des Aufsichtsrats durch externe und unabhängige Persönlichkeiten zu besetzen. Ziel dieser Änderung sei es, mehr unabhängige, fachliche Expertise hinsichtlich der Stiftungsarbeit generell und der perspektivischen projektbezogenen Ausrichtung im Aufsichtsgremium herzustellen.

Theresia Bauer, Geschäftsführerin der Baden-Württemberg-Stiftung, sagt: „Mehr externe Expertise im Aufsichtsrat bietet uns die Chance, mehr Perspektiven aus Wissenschaft, Gesellschaft und Wirtschaft zu integrieren. Wie von der Evaluierungskommission empfohlen, werden wir unsere Programmarbeit inhaltlich weiter schärfen und den Stiftungsauftrag neu buchstabieren, was es in diesen Zeiten bedeutet, Zukunft zu stiften für Baden-Württemberg.“

Kein Kuratorium

Außerdem entschied die Landesregierung, das Kuratorium als Organ der Baden-Württemberg Stiftung künftig aus dem Gesellschaftsvertrag zu streichen. Durch die bisherige Arbeit der Baden-Württemberg Stiftung habe sich gezeigt, dass ein zusätzliches Gremium – das bisher noch nie eingerichtet wurde – durch die Aufnahme von externer Expertise im Aufsichtsrat auch künftig nicht benötigt wird.

Die Baden-Württemberg Stiftung existiert seit 2000 und ist eine der großen operativen Stiftungen in Deutschland. Als Landesstiftung ist sie in besonderem Maße den Menschen in Baden-Württemberg verpflichtet. Das Stiftungsvermögen beläuft sich auf etwa 2,3 Milliarden Euro.

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