Banken
1. April 2026

Bafin kommt kleineren Banken bei Stresstest entgegen

Mit Beginn des zweiten Quartals findet ein großer Bankenstresstest für weniger bedeutende Institute statt. Bafin und Bundesbank wollen deren Aufwand „deutlich“ reduzieren.

Am 1. April 2026 starten Bafin und Bundesbank einen Härtetest für die rund 1.100 sogenannten „weniger bedeutenden Institute“ (LSI). Wie die Bafin nun mitteilte, wurde die Methodik im Vergleich zum vorherigen Stresstest überarbeitet.

Für die Adressaten sind das gute Nachrichten. Denn der Prozess soll für alle Institute vereinfacht und der Grundsatz der Proportionalität stärker berücksichtigt werden. Außerdem soll der Aufwand für die Institute „im Hinblick auf vorzunehmende Berechnungen und die Datenerhebung“ deutlich reduziert werden. Zugleich wollen Bafin und Bundesbank risikoorientierter vorgehen, indem sie das individuelle Risiko der Institute berücksichtigen.

Die Ergebnisse des Stresstests fließen in die Bestimmung der Eigenmittelempfehlung ein, wie die Bafin erläuterte. Hier werde es eine wesentliche Vereinfachung in der nationalen Methodik zur Bestimmung der Pillar 2 Guidance geben, die die Grundlage für Empfehlungen zu zusätzlichen Eigenmitteln bildet.

Künftig sollen nur noch die Institute eine Empfehlung für zusätzliche Eigenmittel erhalten, deren Kapitalquoten im adversen Szenario des LSI-Stresstests unter eine bestimme Grenze fallen. Diese Grenze setzt sich aus den vorgeschriebenen Kapitalanforderungen (Total SREP Capital Requirements, TSCR) plus eines Puffers von 500 Basispunkten zusammen.

Institute mit solider Kapitalausstattung und/oder geringen im Stresstest identifizierten Risiken sollen damit grundsätzlich keine Empfehlung für zusätzliche Eigenmittel mehr erhalten. Die Aufsicht will die Ergebnisse des Stresstests in einer Pressekonferenz am 24. September 2026 in Frankfurt am Main vorstellen.

Chefbankenaufseher lässt Worten Taten folgen

Die Komplexität in der Regulierung von Banken in Europa ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen. Und die Erfüllung der regulatorischen Anforderungen kostet die Institute viel Zeit. Darauf wies Nikolas Speer, Exekutivdirektor im Geschäftsbereich Bankenaufsicht bei der Bafin, im November vergangenen Jahres in seiner Rede anlässlich der Fachtagung Risikomanagement des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands hin.

„Uns bei der Aufsicht ist klar, dass bei kleinen Instituten ganz erheblich Kapazität für die Erfüllung regulatorischer Anforderungen gebunden ist“, wie Speer damals erklärte. „Sie haben im Verhältnis zu ihrer Größe höhere regulatorische Kosten als global aufgestellte Banken. Was hier immer noch fehlt, ist Verhältnismäßigkeit!“ Deutschlands oberster Bankenaufseher kündigte an, dass die Bafin dazu beitragen wolle, das zu ändern. Diesen Worten folgen nun erste Taten.

Laut Bundesbank gab es in Deutschland Ende 2024 noch 1.368 Kreditinstitute. Aufgrund der andauernden Konsolidierung, vor allem durch Fusionen im Genossenschaftssektor, sinkt die Zahl der Banken seit Jahren.

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