Recht, Steuer & IT
18. Mai 2021

Bafin warnt vor Wertberichtigungsbedarf bei Banken

Röseler: Pandemie kann sich verzögert in Bankbilanzen niederschlagen. Bafin thematisiert Ertragsproblematik.

Entwarnung für das Bankensystem – nicht aber für jedes einzelne Institut: Diese Message überbrachte Raimund Röseler, Exekutivdirektor Bankenaufsicht bei der Jahrespressekonferenz 2021 der Bafin. „Das eine oder andere Institut, das schon vor der Krise auf wackligen Beinen stand, übersteht die Pandemie möglicherweise nicht“, so Röseler.

Ein vollständiges Bild liege aber noch nicht vor. „Wir müssen davon ausgehen, dass nicht alle von der Pandemie gebeutelten Unternehmen der Realwirtschaft wieder gesunden. Wie und mit welchen Verzögerungen sich das in den Bankbilanzen niederschlagen wird, ist aber kaum abzusehen. Der tatsächliche Wertberichtigungsbedarf der Institute wird sich erst zeigen, wenn die staatlichen Hilfsprogramme ausgelaufen sind und das Insolvenzrecht wieder in vollem Umfang greift. Dabei ist ein gewisser Zeitverzug durchaus möglich”, sagte Röseler.

Zudem ging Röseler auf die Ertragsprobleme der deutschen Institute ein. „Wenn deutsche Institute dauerhaft wettbewerbsfähig sein wollen, müssen sie ihre Kosten noch viel rigoroser senken als bisher. In den letzten 15 Jahren ist die Cost-Income-Ratio der Institute eigentlich fast durchgängig gestiegen. Was nicht nur an sinkenden Erträgen, sondern auch an steigenden operativen Kosten lag“, mahnte Röseler. Hinzukomme noch „die galoppierende Digitalisierung“. Diese stelle die Geschäftsmodelle der traditionellen Institute auf eine harte Probe. „Die Pandemie wirkt hier wie ein Beschleuniger.“

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