Alternative Anlagen
23. September 2016

BAI propagiert neue Asset-Klasse „Glasfasernetze“

Institutionellen Investoren eröffnet sich eine neue Anlageklasse. Mitte September fand in Berlin ein Workshop statt, der Investoren und die Betreiber von Glasfasernetzen an einen Tisch brachte. Teilnehmer sprühen vor Zuversicht.

Veranstalter des Workshops waren neben dem Bundesverband Alternative Investments (BAI), der sich als Katalysator zwischen professionellen deutschen Investoren und anerkannten Anbietern von Alternativen Investment-Produkten versteht, der Bundesverband Breitbadkommunikation (Breko) und die Industrieorganisation Fibre to the Home Coucil Europe (FTTH). Die Organisation mit mehr als 130 Mitgliedsunternehmen verfolgt das Ziel, die Verfügbarkeit von glasfaserbasierten Hochleistungsnetzen für Konsumenten und Unternehmen zu beschleunigen. Mit im Boot als Kooperationspartner ist das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. 
Wie der BAI berichtet, wurde im Rahmen des Workshops intensiv über unterschiedliche Beteiligungs- und Finanzierungsmodelle gesprochen. Schenkt man der Argumentation des BAI Glauben, dann wird der zukunftssichere Glasfaserausbau für Finanzinvestoren immer attraktiver. 
Hintergrund der Veranstaltung ist der soeben von der EU-Kommission präsentierte Entwurf für einen neuen Telekommunikations-Rechtsrahmen. Der unter der Bezeichnung „European Electronic Communication Code“ veröffentlichte Entwurf soll das Ende der „Kupferzeit“ einläuten und geht auf mögliche Szenarien beim Ausbau von Breitbandinternet ein. Demnach soll im Jahr 2025 anspruchsvollen Nutzern bei Bedarf eine Bandbreite von 1 Gbit/s im Download zur Verfügung stehen. Zumindest 100 Mbit/s soll es dann in jedem Haushalt geben. Doch das Vorhaben lässt sich offenbar nicht ohne schlagkräftige Investoren umsetzen. 
Frank Dornseifer, Geschäftsführer des BAI kommentiert den geplanten Ausbau des Glasfasernetzes mit folgenden Worten: „Die Finanzierung des flächendeckenden Breitbandausbaus in Deutschland und Europa ist die zentrale Herausforderung bei der Verwirklichung des digitalen Binnenmarktes. Selbst mit Fördermitteln wird sich dieses Ziel einer Gigabitgesellschaft in Deutschland bis 2015 nicht umsetzen lassen.“ Der Workshop habe gezeigt, so Dornseifer, dass institutionelle Investoren bereit sind, die Finanzierung mitzutragen. Sie erwarteten dafür aber im Gegenzug Regulierungs- und Investitionssicherheit. Um welche Investoren es sich handelt, teilte der BAI nicht mit. 
Anlageklasse wird großes Potenzial attestiert 
Dornseifer stuft die digitale Infrastruktur und damit den Breitbandausbau als eine Anlageklasse mit „großem Potenzial“ ein. „Unter Rendite- und natürlich auch Diversifikationsgesichtspunkten passt sie gerade jetzt in das Portfolio von Versorgungswerken, Pensionskassen und Versicherern.“ Dornseifer sagt, der BAI hoffe, dass diese Anlageklasse jetzt schnell erschlossen werde. „Der Workshop hat dazu einen maßgeblichen Beitrag geleistet.“ 
Das FTTH Council Europe wiederum zeigt sich entschlossen, Europa zu einem globalen „Leitmarkt für Glasfaserinfrastruktur“ zu machen und dafür Netzbetreiber und Investoren zusammen zu bringen. Erzsebet Fitori, Director General des Council, erläutert optimistisch: „Jetzt ist die Zeit gekommen, um konkret an skalierbaren Lösungen zu arbeiten, die Anreize für Investitionen langfristig-orientierter Anleger bieten.“ 
Der Bundesverband Breitbandkommunikation repräsentiert nach eigener Darstellung den Großteil der deutschen Festnetzwettbewerber. Seine Mitglieder vermarkten ihre Produkte vielfach auf Basis eigener Infrastruktur in Kombination mit dem sogenannten entbündelten Teilnehmeranschluss der Deutschen Telekom; daneben böten sie aber auch immer stärker eigene hochleistungsfähige Glasfaseranschlüsse bis direkt zum Kunden an. Stichworte sind FTTB (Fibre To The Basement oder Fibre To The Building) beziehungsweise FTTH (Fibre To The Home oder Fibre all the way To The Home). Dabei handelt es sich um das Verlegen von Glasfaserkabeln bis ins Gebäude. 
portfolio institutionell newsflash 26.09.2016/Tobias Bürger
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