Schwarzer Schwan
28. September 2018

Bargeld lacht

Falschgeld und Schwarzgeld bieten hohe Komplexitätsprämien.

Auch in den ersten Tagen ihrer Dax-Mitgliedschaft konnten die Aktien von Wirecard mit einem schönen Kursplus überzeugen. Dies erfreut die Aktionäre, Bargeld-Enthusiasten können dem Dienstleister für elektronische Zahlungssysteme allerdings wenig abgewinnen. Dabei spricht pro Bargeld, dass auch Cash-Management sehr professionell erfolgen kann.

So ist von der Polizei zu erfahren, dass Geldfälscher für ihre Blüten in der Regel zehn bis 15 Prozent des Nominalwerts aufrufen. Diese Arbeitsteilung – eine Bande druckt die Blüten, eine andere bringt sie unters Volk – sei in der Fälscherszene „an der Tagesordnung“, sagte LKA-Experte Gerald Busch der Süddeutschen Zeitung. Es besteht also eine professionelle Aufteilung der Wertschöpfungskette zwischen Produktion und Vertrieb. Auffällig ist, dass die Prämie des Vertriebs sehr hoch ausfällt, wobei diese Betrachtung allerdings risikoadjustiert anders ausfallen könnte.

Erklären lässt sich die Prämie bei Bargeld natürlich nicht mit der Illiquiditätsprämie. Beim Vertrieb von Falschgeld ist wie auch beim Management von Schwarzgeld von einer hohen Komplexitätsprämie auszugehen. Sehr anschaulich und lebensnah sind Herausforderungen bei Bargeld-Transaktionen im Film „The Wolf of Wall Street“ dokumentiert (Starmanager Donnie: „Solange mein Geld an deinen Titten klebt, wirst Du für mich arbeiten“).

Auch von Peter Graf, von Beruf Vater der Tennis-Gräfin Steffi, sind Bargeld-Kalamitäten bekannt. Der Focus berichtete einst von einem „Auftritt“ Peter Grafs am Hamburger Rothenbaum im April 1993, als der Ex-Autoverkäufer in einer Plastiktüte 450 000 Mark („Bitte in kleinen Scheinen“) von der Anlage des Tennis-Bundes abtransportierte. „Nix is besser als Cash“, so empörte sich schon mal Vater Graf laut Zeugen, wenn die Antrittsgelder oder PR-Gagen der Tochter per Scheck ausgezahlt oder – noch schlimmer – erst später überwiesen werden sollten, berichtete das Magazin. Eine schöne Rechenaufgabe für Schüler wäre: Wie viele Plastiktüten braucht es, um das komplette Preisgeld von Steffi von 21.895.277 Dollar einzupacken?

Dann vielleicht besser ohne Bargeld leben? Nein! Denn ohne seine Helicopter-Money-Theorie wäre Ben Bernanke nicht als “Helicopter Ben” berühmt geworden. Und wo würde ohne Bargeld der Kick beim Grenzübergang von der Schweiz nach Deutschland bleiben? Sehr hart wäre auch eine Bargeld-Abschaffung für Fifa-Funktionäre. Ohne Geldkoffer, Geldtaschen und mit Geldscheinen gefüllte Briefumschläge würde diese Organisation Transaktionen wohl kaum noch zielführend abwickeln können. Ganz schlimm treffen würde es aber Dagobert Duck. Er könnte nicht mehr im Geld baden. Wie in der sehr zu empfehlenden Duckipedia nachzulesen ist, liebt er es „wie ein Seehund hineinzuspringen, wie ein Maulwurf darin herumzuwühlen und es in die Luft zu werfen“, dass es ihm „auf die Glatze prasselt“.

Ihre Redaktion von portfolio institutionell rät: Achtung, am Wochenende könnte es regnen. Bleiben Sie trocken aber trotzdem flüssig!

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