Immobilien
7. April 2020

Begehrte Projektentwickler

Bestandshalter aber auch Finanzinvestoren beteiligen sich an Developer. Joint Ventures als Alternative.

Wohnimmobilien-AGs kaufen Projektentwickler und sichern sich so die Produkte von morgen. Dies konstatieren die Immobilienexperten von Savills in einer aktuellen Analyse des deutschen Wohninvestmentmarkts. Seit geraumer Zeit, so die Beobachtung von Karsten Nemecek, Managing Director Corporate Finance – Valuation bei Savills Germany, erwerben die großen Bestandshalter immer öfter Projektentwickler. „Sie übernehmen somit auch deren Pipeline und sichern sich so einen langfristigen Zufluss an neuen Wohnungen.“ Beispiele für solche Käufe von Projektentwicklern sind die Übernahme von Isaria Wohnbau durch Deutsche Wohnen und der Erwerb des Entwickler Bien-Ries durch Vonovia.

Zahnärzte, RAG-Stiftung und Provinzial Rheinland

Auch im institutionellen Lager gibt es Beispiele für diese Vorgehensweise. So ist das Versorgungswerk der Zahnärztekammer Berlin an der 12.18. Investment Management beteiligt. Ein weiteres Zahnärzte-Versorgungswerk, nämlich das aus Schleswig-Holstein, ist an der Berliner Fortis Group beteiligt. Exakt zehn Prozent an der DIC Asset hält die RAG-Stiftung. Anteile an der GRR AG, einem Spezialisten für Einzelhandelsimmobilien, hält die Provinzial Rheinland.

Zudem kam es im Markt zu verschiedenen Joint Ventures. Im März wurde bekannt, dass der Frankfurter Asset und Property Manager GPEP mit dem Genfer Private Wealth Manager GMG Real Estate ein Joint Venture gegründet hat, um Projektentwicklungen in Deutschland zu identifizieren, gemeinsam umzusetzen und nach Fertigstellung zu veräußern. Ziel des Gemeinschaftsunternehmens sei der Aufbau von Partnerschaften mit erfahrenen lokalen Projektentwicklern zur Zusammenarbeit bei größeren Deals mit einem Volumen ab 25 Millionen Euro. Zu dieser Kategorie zählt auch die Meldung des Projektentwicklers Primus von vor einem Jahr, dass man mit einem deutschen Versicherungsunternehmen eine langfristige Kapitalpartnerschaft vereinbart habe. Im Rahmen dieser Partnerschaft stelle die Versicherung einen Betrag im mittleren zweistelligen Millionenbereich zur Finanzierung von Investitionen in Immobilienprojekte in Berlin und an der Ostseeküste zur Verfügung.

Savills erwartet jedoch nicht, dass es künftig nach der Übernahme von Adler Real Estate und ihrer mehr als 58.000 Wohnungen durch Ado Properties noch zu weiteren Übernahmen von Wohnimmobilien AGs kommt. „Unter den großen Wohnimmobilien-AGs hat sich die Konsolidierung weiter fortgesetzt. Gelegenheiten für Übernahmen oder den Erwerb sehr großer Portfolios dürften dadurch noch seltener werden“, konstatiert Karsten Nemecek. Möglicherweise nutzen aber nun Finanzinvestoren die gefallenen Aktienkurse, um sich kleinere Beteiligungen an Wohnungsunternehmen zu sichern.

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