Strategien
10. August 2021

Bericht des Weltklimarats Ansporn für die Investmentbranche

Sechster Bericht von IPCC-Arbeitsgruppe zu physikalischen Szenarien. Asset Manager bemängeln zuviel ‚heiße Luft‘ bei Klimabekenntnissen.

Mit einem eindringlichen Appell richtet sich der Weltklimarat, das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), mit seinem jüngsten Weltklimabericht vom Montag an Entscheider weltweit: Es sei unbestritten, dass der Mensch ­verantwortlich für die jüngsten Klimaveränderungen weltweit ist, und der verursachte Klimawandel wirke sich bereits auf viele ­Wetter- und Klimaextreme in allen Teilen der Erde aus. Das ­Ausmaß der jüngsten Veränderungen und der gegenwärtige Zustand des Klimasystems seien über viele Jahrhunderte bis Jahrtausende hinweg beispiellos, teilt das IPCC zum ­sechsten Weltklimabericht (AR6) mit, der den Fokus zunächst auf physikalische Szenarien legt. Ein Abschlussbericht wird für September 2022 erwartet. Jede der letzten vier ­Dekaden sei jeweils deutlich wärmer ­gewesen als ­jede ­andere Vorgängerdekade seit 1850, heißt es in der Zusammenfassung. Zudem geht der Report in verschiedenen ­Szenarien ­davon aus, dass sich das ­Klima bis 2040 auf 1,5 Grad ­aufheizen wird.

Es bleibt also wenig Zeit, die Pariser Klimaziele noch zu erreichen. „Der IPCC-Bericht ist eine sehr deprimierende Lektüre, die Welt steht in Flammen und jeder muss mehr tun, um den Klimawandel zu bekämpfen“, sagt ­Hector McNeil, Co-CEO des ETF-Spezialisten Han-Etf. „Insbesondere die Investmentbranche muss viel mehr tun, und im Moment gibt es zu viel ‚heiße Luft‘, wenn es darum geht, was die Branche in Bezug auf die Bekämpfung des Klimawandels tut, aber nicht genug konkretes Handeln.“ Der IPCC-Bericht betone zudem, dass ein Kurs auf Netto-Null-Emissionen bis 2050 die eskalierenden Auswirkungen einer wärmeren Welt verringern könnte. Die Erderwärmung werde in den nächsten 20 Jahren wahrscheinlich vorübergehend 1,5 Grad erreichen, selbst wenn die Treib­hausgasemissionen im günstigsten Fall stark reduziert werden.

Druck auf COP26 in Glasgow steigt

Eoin Murray, Head of Investment bei Federated Hermes, findet: „Der IPCC-Bericht sollte jedoch nicht überraschen. Denn: Er folgt auf die Warnung der Weltwissenschaftler vor einem Klimanotstand im Jahr 2021, die kürzlich in der Zeitschrift Bioscience veröffentlicht wurde. Dieser IPCC-Bericht wird wahrscheinlich den Druck für ein erfolgreiches Ergebnis auf der COP26 in Glasgow dieses Jahr erhöhen“, schätzt Murray. Neben den erforderlichen Änderungen in Regierungspolitik und ­Regulierung müsse das Kapital folgen. „Und hier muss unsere Branche ihren ­Beitrag leisten, ­indem sie den Übergang durch ein umfassendes Engagement mit Unternehmen und die Integration von ESG-Kennzahlen fördert.“

Autoren:

Schlagworte: |

In Verbindung stehende Artikel:

Schreiben Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.