Versicherungen
15. April 2021

Branche bekennt sich zu PRI

Mehr Versicherungen signieren Principles. Soziales gewinnt an Gewicht.

Die Anzahl der Investoren und Asset Manager, die sich zu den PRI bekennen, ist in den vergangenen zwölf Monaten um beachtliche 40 Prozent auf nun 178 gestiegen. Bei den Asset Ownern beläuft sich der Zuwachs ­sogar auf 44 Prozent. „Deutschland holt auf“, kommentiert Dustin Neuneyer, PRIs Head für Deutschland und Österreich, in einem Pressegespräch. Gründe für den dynamischen Zuwachs sind im Klimaabkommen von Paris, den UN-Entwicklungszielen, der anziehenden EU-Regulierung und Aufsicht, aber auch im niedrigen Ausgangsniveau zu vermuten.

46 der 178 Unterzeichner, beziehungsweise 26 Prozent, sind Asset Owner. Investoren sind für die Umsetzung von ESG-Themen ­besonders relevant, weil diese die Vorgaben für die Asset Manager machen. Bei 27 der 46 deutschen Asset Owner handelt es sich um Versicherungen. „Versicherungen waren lange zurückhaltend und vielleicht beobachtend. Die jetzt veränderte Lage trägt dazu bei, dass diese Anlegergruppe sich zu den PRI bekennt“, erklärt Neuneyer. Zuletzt, nämlich am 8. März, kam die Signal Iduna hinzu. „Wichtig sind aber natürlich auch andere Anlegergruppen“, so Neuneyer, der noch ein großes Potenzial bei betrieblicher Altersversorgung wie auch bei berufsständischen Versorgungswerken sieht.

Im Dezember hat die Berliner Ärztever­sorgung die ­Principles ­unterschrieben. Das Versorgungswerk will seine dies­jährigen Engagement-Aktivitäten auf die Schwerpunkte Klima­wandel und Umweltschutz fokussieren. Aus Sicht von Neuneyer ist bezüglich Klimawandel, insbesondere für den Industriestandort Deutschland, das „Engagement-Element entscheidend“. Schließlich könne man nicht alle treibhausgas-intensiven Unternehmen aus dem Portfolio verbannen. Diese bräuchten vielmehr deutliche Forderungen aber auch Begleitung von Investoren für den Wandel.

Pandemie rückt Soziales in den Vordergrund

Für PRI CEO Fiona Reynolds verstärkt Covid-19-Pandemie vor allem soziale Fragen. Reynolds Schlagworte: ­„Human Rights“, „Decent Work“ sowie „Diversity, Equality und Inclusion“. Reynolds stellte die neue drei-Jahres-Strategie der PRI vor. Bei dieser handele es sich um einen inklusiven Ansatz. Inhaltlich ist vorgesehen, die Mindestanforderungen zu erhöhen und die ­Reform des Reporting und Assessment Frameworks ­abzuschließen. Priorisieren will man folgende zwei ESG-Felder: die Eindämmung des Klimawandels mit einem Fokus auf Net-Zero-Emissionen und Biodiversität sowie zweitens Menschenrechte.

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