Recht, Steuer & IT
23. Februar 2022

Briten wollen Solvency II reformieren

Reform zielt auf produktivere Investitionen ab. Äquivalenz-Warnung des GDV.

Großbritannien bastelt an einer Reform von Solvency II. Dies kündigte John Glen, Sekretär des britischen Finanzministeriums, an. Hauptziel sei, das „auf die EU ausgerichtete regelgesteuerte, unflexible und schwerfällige Regelwerk durch ein auf das Vereinigte Königreich ausgerichtetes, flexibles und leicht anpassbares Regelwerk zu ersetzen“. So sollen vor allem größere Kapitalbeträge für produktive Investitionen freigesetzt werden.

Konkret ist eine „beträchtliche Verringerung der Risikomarge“ geplant. Zweitens soll die fundamentale Spanne, die für die Berechnung der Matching-Anpassung verwendet wird, neu bewertet werden, um ihre Sensibilität für das Kreditrisiko besser widerzuspiegeln. Weiter wollen die Briten die Flexibilität deutlich erhöhen, um mehr Investitionen in langfristige Vermögenswerte wie die Infrastruktur zu ermöglichen. Damit will man das Wirtschaftswachstum fördern. „Viertens wollen wir die von der EU abgeleiteten Vorschriften, die den derzeitigen Melde- und Verwaltungsaufwand ausmachen, deutlich abbauen“, so John Glen.

Zu den britischen Plänen sagte GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen der FAZ: „Sollte sich Großbritannien durch die angekündigte Überarbeitung des Aufsichtssystems zu weit von den Regeln der EU entfernen, wäre die Äquivalenz nicht mehr gegeben – mit allen Konsequenzen.“ Diese betreffen vor allem den Zugang britischer Versicherer zum EU-Binnenmarkt.

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