Bundesbank will Transparenz bei Gewerbeimmobilien schaffen
Deutsche Bundesbank und VDP-Research veröffentlichen einen neuen Preisindex für Gewerbeimmobilien. Dabei geht es um Büros, Einzelhandel und Mehrfamilienhäuser im Eigentum von Unternehmen.
Die Preise für Gewerbeimmobilien in Deutschland sind im ersten Quartal 2026 um 2,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Nach Angaben der Deutschen Bundesbank setzte sich die Aufwärtsbewegung, die Mitte 2024 begonnen hatte, fast unverändert fort. Zuvor waren die Preise infolge der Corona-Pandemie vorübergehend zurückgegangen. Das geht aus dem Gewerbeimmobilienpreisindex hervor, den die Deutsche Bundesbank in Kooperation mit VDP-Research (Eigenschreibweise: vdpResearch) am 11. Mai 2026 erstmals veröffentlicht hat.
„Glaubwürdige und verlässliche Daten sind die Grundlage evidenzbasierter Entscheidungen“, sagte Fritzi Köhler-Geib, für Daten und Statistik zuständiges Vorstandsmitglied der Bundesbank und ergänzt, dass man mit dem neuen Gewerbeimmobilienpreisindex eine Datenlücke im Immobilienbereich schließe und einen wichtigen Beitrag für mehr Transparenz am Markt für Gewerbeimmobilien leiste.
Verfügbar sind auch Teilindizes für die einzelnen Immobilientypen
Der neue Gewerbeimmobilienpreisindex bildet vierteljährlich die Preisentwicklung für die Immobilientypen Büro, Einzelhandel und Mehrfamilienhäuser im Eigentum von Unternehmen ab. Neben dem Gesamtindex werden Teilindizes für die einzelnen Immobilientypen bereitgestellt.
Außerdem werden fünf regionale Teilindizes ausgewiesen. Hier wird unterschieden zwischen Städten mit überregionaler, regionaler Bedeutung oder lokaler Bedeutung, städtisch geprägten Gebieten und ländlich geprägten Gebiete.
Grundlage für die Berechnung der Indizes sind Transaktionsdaten über Immobilienveräußerungen aus der Marktschwankungsdatenbank von VDP-Research. Sie stammen aus dem Finanzierungsgeschäft von Pfandbriefbanken, Genossenschaftsbanken, Sparkassen und Privatbanken. Die Datenbank umfasst den Angaben zufolge mehr als 300.000 Immobilientransaktionen seit 2013.
Mehrfamilienhäuser haben sich besonders verteuert
Die stärkste Preisdynamik zeigt sich über einen längeren Zeitraum bei Mehrfamilienhäusern. Seit Beginn der Beobachtung sind die Preise für diesen Immobilientyp insgesamt um rund 110 Prozent gestiegen. Bei Büroimmobilien beträgt das Plus rund 75 Prozent. Die Preise für Einzelhandelsflächen wiederum befinden sich im ersten Quartal 2026 nach einem gemäßigten Auf und Ab seit Beobachtungsbeginn in etwa wieder auf dem Ausgangsniveau.
„Preistendenzen auf den Gewerbeimmobilienmärkten aktuell zu beobachten, ist für viele makroökonomische und makroprudenzielle Analysen von großer Bedeutung“, erläuterte Köhler-Geib anlässlich der Erstveröffentlichung des Index. Korrekturen in der Bewertung von Gewerbeimmobilien, die häufig der Besicherung von Unternehmenskrediten dienen, könnten Risiken für die Finanzstabilität bergen, heißt es.
Autoren: Tobias BürgerSchlagworte: Gewerbeimmobilien
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