9. November 2011

BVK steigt ins Geschäft mit Realkrediten ein

Die Versorgungskammer will mit der Vergabe von Realkrediten ihr Portfolio diversifizieren. Sie begibt sich damit auf einen Markt, der von Hypothekenbanken geprägt ist.

Die Bayerische Versorgungskammer (BVK) wird der IVG Immobilien AG für einen Zeitraum von zehn Jahren die Fremdkapitalfinanzierung für den Kauf des „Silberturms“ in Frankfurt am Main zur Verfügung stellen. Wie das Versorgungswerk mitteilte, handelt es sich dabei um einen Betrag von zirka 190 Millionen Euro. Verkäuferin des 36-stöckigen Hochhauses im Frankfurter Bankenviertel, das jahrelang als Zentrale der Dresdner Bank genutzt wurde, ist die Commerzbank. Einziger Mieter heute ist die Deutsche Bahn.
Daniel Just, stellvertretender Vorstandsvorsitzender und Leiter der Kapitalanlage der BVK, lässt sich mit den Worten zitieren: „Die Bayerische Versorgungskammer hat mit dieser Investition erstmalig eine neue Anlageform gewählt: Die Vergabe von Realkrediten“. Zum einen sei dies für die BVK eine sichere und wertbeständige Kapitalanlage, zum anderen eine weitere Diversifizierung des Portfolios. 
Allerdings fällt der Effekt auf die Diversifikation mit dem Engagement in der Mainmetropole noch nicht besonders ins Gewicht, wie BVK-Sprecher Stefan Müller einräumt. Schließlich managt die BVK ein Kapitalanlagevolumen von rund 53 Milliarden Euro. Wie Müller betont, hat die Versorgungskammer im Hinblick auf ein bestimmtes Investitionsniveau derzeit kein konkretes Ziel vor Augen. Allerdings böten sich derzeit einige Gelegenheiten für die BVK, weil Banken ihre Aktivitäten in diesem Sektor reduziert hätten. 
Realkredite, auch Hypothekendarlehen genannt, zeichnen sich dadurch aus, dass sie durch Sachwerte besichert sind. Dies bedeutet am Beispiel der BVK, dass sie beim „Silberturm“ im Grundbuch auftaucht. Andere Versorgungswerke wie die Nordrheinische Ärzteversorgung, die Ärzteversorgung Niedersachsen oder Ärzteversorgung Westfalen-Lippe vergeben bereits seit längerem  Hypothekendarlehen.
Das Mindestinvestitionsvolumen für weitere Fremdfianzierungen hat die BVK bei 150 Millionen Euro angesiedelt. Allerdings kämen nur Objekte infrage, die „eine ansprechende Architektur aufweisen, auf dem neuesten Stand der Technik sind und mit den neuesten Umweltbestimmungen im Einklang stehen“, heißt es aus der Zentrale in München. „Denn selbstverständlich liegt unser Augenmerk bei Investitionen auf Sicherheit, Rentabilität und Werthaltigkeit“, so Kapitalanlagechef Just. 
Zukauf in Tschechien
Neben der Allokation im Hypothekenbereich engagiert sich die BVK auch weiterhin als Käufer von Gewerbeimmobilien. Wie Invesco Real Estate in einer Mitteilung schreibt, wurde der Bürokomplex im „Futurama Business Park“ in Prag für den iii-BVK Europa-Immobilien-Spezialfonds erworben. Dabei handelt es sich um einen Immobilienfonds der BVK, den Invesco Real Estate seit 2000 verwaltet. Die Bruttoanfangsrendite wird mit 6,9 Prozent angegeben. Zum Kaufpreis machte Invesco indes keine Angaben. Nur so viel sei gesagt, mit dieser Investition beläuft sich das Fondsvolumen auf rund 650 Millionen Euro. 

portfolio institutionell newsflash 09.11.2011/Tobias Bürger
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