Immobilien
4. März 2020

Catella Research: Quartiersentwicklung wird zur Asset-Klasse

Immobilienspezialist untersucht 500 aktuelle Quartiersprojekte. Meist City-Lagen.

Der Immobilieninvestmentspezialist Catella hat 500 aktuelle Quartierentwicklungen empirisch untersucht und festgestellt, dass vor allem Mischnutzungen bei den Quartiersprojekten derzeit im Trend liegen. Eine deutliche Mehrheit (410) weist die Wohnfunktion als Nutzungsschwerpunkt auf, meist ergänzt durch Einzelhandel und Büro. Nur 58 Quartiersentwicklungen liegen in CBD-Lagen (CBD steht für Central Business District), also in allerbester Geschäftslage, 235 in der City und 181 am Cityrand. Das durchschnittliche Investitionsvolumen liegt bei 190 Millionen Euro.

Die Studie stellt denn auch eine zunehmende Nachfrage nach urbanen Quartierentwicklungen als Investment fest ­– angetrieben vom ungebrochenen Zuzug in die Städte und aufgrund der guten Möglichkeiten zur Risikostreuung für Investoren. Prof. Dr. Thomas Beyerle, Head of Research, Catella, kommentiert: „Die Mischung aus Risikodiversifizierung und Renditegenerierung im Nullzinsumfeld führt seitens institutioneller Investoren zu einer sprunghaft ansteigenden Nachfrage nach der Asset-Klasse Quartier. Die Erhebung zeigt aber auch, wie wichtig den Planern die Mobilität der zukünftigen Bewohner ist: 53 Prozent der neuen Quartiere sind in der Nähe von Fern- oder Regionalbahnhöfen geplant, 15,5 Prozent haben eine gute Verbindung zu einem Flughafen.“

Projektentwickler werden Fondsmanager

Außerdem wird der Trend zu Quartiersentwicklungen der Untersuchung zufolge durch die noch anhaltende Urbanisierung und den infrastrukturellen Stadtumbau hin zur ‚Smart City‘ verstärkt. Neue Fondsvehikel unterstützten diesen Prozess: Projektentwickler werden zu Fondsmanagern. Auch bezüglich der Stadtorte der Quartiersentwicklungen ist ein klarer Trend zu urbanen Räumen erkennbar: Ein Großteil der Projekte entfällt auf die City (47 Prozent) und den Cityrand (36  Prozent), während nur knapp 17 Prozent in BCD-Lagen oder der Peripherie liegen. Der Nutzungsschwerpunkt der Projekte liegt mit 82 Prozent klar im Bereich Wohnen, zumeist ergänzt durch Büro, Einzelhandel und Gastronomie.

Bayerische Versorungskammer vorne

Die Liste der größten Quartiersprojekte, nach Höhe der Gesamtinvestition, wird vom Stadtquartier Potsdam-Krampnitz mit 1,6 Milliarden Euro angeführt. An zweiter Stelle folgen die Kölner Deutz Quartiere mit einem Projektentwicklungsvolumen von circa einer Milliarde Euro. Die Liste der Top-Transaktionen in 2019/2020 führt dagegen die Bayerische Versorgungskammer mit dem Quartierprojekt ‚Die Macherei‘ in München mit einem Kaufpreis von 600 Millionen Euro vom Oktober 2019 an. Danach folgt Blackstone und Quincap mit dem Büroquartier Oberbaumcity und einem Preis von 490 Millionen Euro. Auch in das Projekt ‚Zoom‘ in Berlin investierte die Bayerische Versorgungskammer und kam mit einem Transaktionsvolumen von 265 Millionen Euro auf Platz Sechs der Top-Ten-Liste.

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