Schwarzer Schwan
26. November 2021

Scherzkeks

Same procedure as every year? Anscheinend ja: Die EZB produziert, wie gehabt, eine riesige Menge Geld aus dem Nichts, das Coronavirus hat die Welt im Griff – und große Wirtschaftskapitäne knicken vor China ein.

In dieser Woche erlaubte sich Jamie Dimon, Chef von JP Morgan Chase & Co., den Scherz, dass es die Bank länger geben werde als die Kommunistische Partei Chinas. Das Humorpotential der allein herrschenden Einheitspartei um den mächtigen Staatspräsidenten Xi Jinping, der nicht Winnie-the-Pooh genannt werden darf, ist jedoch begrenzt.

Das gilt insbesondere dann, wenn es um das Heiligste geht, nämlich den Machterhalt. Somit musste die US-amerikanische Großbank befürchten, künftig im Reich des großen Steuermanns Winnie Puuh, pardon des großen Steuermanns Xi Jinping, keine Geschäfte mehr machen zu dürfen.

Dimon will Schaden begrenzen

Prompt übte sich Dimon in Schadensbegrenzung und aufrichtiger Reue, um den überragenden Führer Xi Jinping, der sich in der Nachfolge Maos und nicht Winnie Puuhs sieht, zu besänftigen. Da fragt man sich: Wo ist das Selbstbewusstsein der Banker geblieben?

Lloyd C. Blankfein tönte in seiner Zeit als Goldman-Sachs-Boss einmal, er sei ein Banker, der Gottes Werk verrichtet. Ob zu Gottes Werk auch Unterstützungsmaßnahmen von Staaten und Zentralbanken zählen, sei einmal dahingestellt. Auf jeden Fall wird das ewige Leben Gottes Gläubigen zuteil, aber nicht der Kommunistischen Partei Chinas. Mehr Gelassenheit würde allen guttun.

Dies und ein schönes Wochenende wünscht Ihnen Ihre Redaktion von portfolio institutionell!

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