Strategien
24. März 2020

Corona-Krise mit strukturellen Folgen für den Fondsmarkt

Scope sieht in aktiven Fonds mit Fähigkeit zur Verlustvermeidung Gewinner. Weitreichende Re-Allokationen möglich.

Nach Einschätzung der Analysten der Ratingagentur Scope wird das Corona-Virus auch den Markt für Investmentfonds nachhaltig prägen. Gewinner der Krise dürften aktive Strategien sein, die ihre Fähigkeit zur Verlustvermeidung bewiesen haben. Sollte sich im vierten Quartal 2020 eine Markterholung stattfinden, wie die Scope-Analysten erwarten, so würden zu den Gewinnern nach der Krise Fonds mit dem besten Verlustvermeidungspotenzial zählen. Die Downside Protection im Rahmen des aktiven Managements rückt bei Investoren in den Vordergrund.

Weiter rechnen die Experten mit einer Re-Allokation der Nettomittelzuflüsse in der Erholungsphase nach Rekordabflüssen während der Krise. Die historisch hohe „Top Selling Funds“-Konzentration in diversen Peergruppen, zum Beispiel bei Mischfonds, könnte aufgebrochen werden. Bedingt durch die Krise sowie die fiskal- und geldpolitischen Maßnahmen bleiben Niedrigzinsen ein Dauerzustand. „Hunt for Yield“ und Anlagedruck bleiben in der Post-Krisenzeit daher weiterhin ein Thema. Außerdem nehmen die Analysten an, dass wochen- beziehungsweise monatelanges „Grounding“ des Fondsvertriebs klassische Vertriebsprozesse dauerhaft verändern wird. „Remote- und Online-Lösungen werden ihren Anteil am Gesamtvertriebsprozess bei Fondsgesellschaften steigern“, schreibt Scope.

Schwäche von ETFs

Die Ratingagentur sieht für die Erholungsphase aber auch Risiken, zum Beispiel eine mögliche Vertrauenskrise bei Privatanlegern und für ETFs. Kriseninduzierte Investment-Opportunitäten hinsichtlich Industrien und bestimmter Themen seien eher aktiven Managern vorbehalten. Auch breite Bond-ETFs erführen in der aktuellen Krise Liquiditätseinbußen mit Marktpreisen unter dem NAV. Allen Schlussfolgerungen liegt die Annahme einer Markterholung im vierten Quartal 2020 zugrunde.

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